München. "Du faule Sau“ – der Schutzengel im Mercedes-Werbespot findet klare Worte. Dabei liegen die zahlreichen elektronischen Sicherheits-Helferlein moderner Fahrzeuge gar nicht auf der faulen Haut: Dauernd beobachten sie das Auto und sein Umfeld, analysieren unfallträchtige Situationen und leiten – falls ein Pre- Crash-Sicherheitssystem an Bord ist – gegebenenfalls vorsorgliche Maßnahmen ein. Mercedes hat 2002 in der S-Klasse die erste Pre-Safe-Generation vorgestellt und seitdem die Präventivmaßnahmen mehrfach ergänzt. Eine weitere Neuerung geht jetzt in der E-Klasse an den Start: die Pre-Safe-Bremse. Als "elektronische Knautschzone“ kann sie die Unfallschwere deutlich vermindern.
Praxistests ergaben eine durchschnittliche Verringerung der Aufprallgeschwindigkeit um 16 km/h. Die Pre-Safe-Bremse verzögert nach einer akustischen Warnung in zwei Stufen: Etwa 1,6 Sekunden vor dem berechneten Unfall findet eine autonome Teilbremsung mit rund 40 Prozent der maximalen Bremsleistung statt. Zugleich werden die Pre-Safe-Insassenschutzsysteme, beispielsweise die Gurtstraffer, aktiviert. Bleibt eine Reaktion des Fahrers aus, kommt es rund 0,6 Sekunden vor dem nunmehr unvermeidbaren Pre-Safe-System von Mercedes: Unfallfolgen werden gemildert. Crash zu einer Vollbremsung mit maximaler Bremsleistung. Neu bei den präventiven Sicherheitssystemen von Toyota sind Pre- Crash-Rücksitze. Ist ein Heck- oder Frontalaufprall sehr wahrscheinlich, bringen diese die Insassen automatisch in eine aufrechte Sitzposition. Dadurch können die Rückhaltesysteme ihre volle Schutzwirkung entfalten.
In Serie geht die Neuentwicklung zunächst in Japan beim Technologieträger Majesty. Zugleich wurde bei diesem Modell die vordere Umfeldbeobachtung erweitert: Mithilfe eines Front-Seiten-Radars auf Mikrowellen- Basis können drohende Kollisionen mit Fahrzeugen, die sich seitlich nähern, frühzeitig erkannt werden. In unfallträchtigen Situationen werden dann Schutzmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören akustische und optische Warnungen, erhöhter Bremsdruck und Straffung der Gurte. Ist ein Seitenaufprall wahrscheinlich, wird zudem die Aktivierung der Seitenund Vorhang-Airbags vorbereitet.