München. Mit ihren Zulassungszahlen machen sie in Europa gegen die etablierten Premium-Marken keinen Stich. Doch zumindest auf der Überholspur wollen die Cadillac-Manager ihre Kollegen von Audi, BMW und Mercedes jetzt wieder ein bisschen ärgern. Denn wenn die Amerikaner kurz nach dem Jahreswechsel die Sportmodelle von ATS und CTS in den Handel bringen, haben Autos wie ein M3 oder ein E 63 AMG das Nachsehen. "Kein anderer Hersteller bietet im jeweiligen Segment serienmäßig solche Spitzengeschwindigkeiten wie wir", sagt Chefingenieur Tony Roma. Wo selbst die Audi-Tochter Quattro, die BMW M GmbH oder Mercedes-Ableger ihre Sportmodelle bei 250 km/h abregeln und ihnen nur gegen Aufpreis ein paar km/h mehr Auslauf gönnen, erreicht der ATS bei Vollgas 305 und der CTS sogar 320 km/h.
Auf der Überholspur zum Achtungserfolg
Dafür rüsten die Amerikaner unter der Haube kräftig auf: In dem für 69.900 Euro als Limousine für weitere 2600 Euro auch als Coupé lieferbaren ATS arbeitet ein 3,6 Liter großer V6-Doppelturbo mit 470 PS und maximal 603 Nm und im CTS kommt zu Preisen ab 98.500 Euro ein klassischer Achtzylinder zum Einsatz. Er stammt aus der Corvette Z06, holt aus 6,2 Litern Hubraum 649 PS und stellt die Haftkraft der Hinterräder mit bis zu 855 Nm auf die Probe.
Zu den stärkeren Motoren gibt es ein entsprechend aggressiveres Design mit breiten Radläufen, Schwellern und Spoilern und als markantestes Erkennungszeichen eine von Kühlrippen durchzogenen Motorhaube. Außerdem hat Cadillac das Interieur überarbeitet, Sportsitze mit besserem Seitenhalt montiert und das Optionsprogramm unter andere um einen Performance Data Recorder erweitert. Mit einer Kamera hinter dem Innenspiegel zeichnet er zusammen mit bis zu 150 Daten aus dem Bordcomputer die jeweilige Fahrt auf und ermöglichst damit später eine Analyse wie im Rennsport.
Die neuen V-Modelle sollen laut Chefingenieur Roma aber nicht nur das Image stärken und die Konkurrenz ärgern. Sondern sie sollen auch den Absatz pushen, der in Deutschland zum Jahresende bei weniger als 200 und in Europa unter 900 Fahrzeugen liegen wird. Das Interesse für die neuen Modelle sei so groß, dass die Amerikaner mit ihnen die nächste Hürde nehmen wollen, sagt ein Firmensprecher: "Mit den V-Modellen knacken wir 2016 die 1000er-Marke."