Berlin. Anregungen für ihre Arbeit holte sich das kreative Duo unter anderem in der Aufzugbranche. Pechstein erläutert: „Bei einem modernen Aufzugssystem mit mehreren Kabinen errechnet eine zentrale Steuerung den optimalen Weg, wenn viele Passagiere gleichzeitig in verschiedene Stockwerke wollen.“ Dieses Prinzip habe man in die Horizontale übertragen. „Es geht uns um ein Just-in-time-System, das eine hohe Effizienz bei der Nutzung ermöglicht“, ergänzt Schwitalla und fügt hinzu, dass der Aufzughersteller Schindler ebenfalls in das Projekt einbezogen sei. Mit dem „Urban Future Award“ will Audi kreative Mobilitätslösungen für Städte erarbeiten. Um den Preis bewerben sich 2014 vier Teams in den Städten Berlin, Boston, Mexiko-Stadt und Seoul. Der Individualverkehr spielt dabei stets eine zentrale Rolle. Audi- Chef Rupert Stadler sagt über das Berliner Projekt: „Das Auto kann mit seinen individuellen Eigenschaften die Lücken im städtischen Mobilitätssystem schließen.“ Für das Flughafengelände in Berlin-Tegel hatte der Senat des Stadtstaats bereits 2013 einen Masterplan verabschiedet. Demnach soll es unter anderem für ein Technologiezentrum für nachhaltige Stadtentwicklung genutzt werden. Wann mit einer Bebauungsplanung begonnen werden kann, ist jedoch aufgrund der Verzögerungen beim Neubau des Flughafens im Süden der Stadt ungewiss. Was das futuristische Mobilitätssystem betrifft, ist keine Eile geboten: Schwitalla rechnet mit einem Einsatz im Jahr 2030.
Mobilitätskonzept
Audi und das Flywheel
Im Rahmen des „Urban Future Awards“ erarbeiten der Stadtplaner Max Schwitalla und der Neurologe Arndt Pechstein für Audi ein Mobilitätskonzept. Es soll die Anbindung des neuen Berliner Stadtteils sichern, der auf dem Gelände des Flughafens Tegel entstehen wird. Bestandteil der Arbeit ist ein neues Fahrzeugkonzept für den urbanen Verkehr, das Audi am 10. November vorstellen will. Das Fahrzeug soll eine Brücke zwischen öffentlichem Personennahverkehr und individueller Mobilität schlagen. „Wir diskutieren unsere Ideen intensiv mit der Technischen Entwicklung bei Audi“, bestätigt Schwitalla. Für das „Flywheel“ genannte Mobil habe man jedoch die Architektur eines konventionellen Fahrzeugs auf den Kopf gestellt. Details sind noch Verschlusssache. So viel verrät Schwitalla schon: „Die Türen spielen bei einem solchen Konzept eine entscheidende Rolle.“