Frankfurt/Main. Zwar werden die Oldtimer vom Jaguar MK II aus dem Jahr 1961 bis zum BMW Z1 von 1991 auch ganz konventionell vermietet. Das Kerngeschäft ist aber als Club organisiert. Für einen Jahresbeitrag zwischen 2148 und 4308 Euro erwirbt man die Mitgliedschaft und mit ihr ein Konto von 650 bis 1500 Punkten, die man während des Jahres abfahren kann – einen Abend lang oder auch ein komplettes Wochenende. Abgerechnet wird dabei genau wie beim klassischen Carsharing ausschließlich über die Zeit, nicht über die Entfernung: Der Feierabend im Käfer Cabrio kostet 15, im Mercedes 190 SL 80 Punkte. Als Zielgruppe nennt Hallas-Hindinger vor allem Autofans, die keine Zeit, keinen Platz oder nicht das technische Verständnis haben, selbst einen Oldtimer zu halten oder ihren Fuhrpark nicht mehr erweitern, die Fahrzeuge aber häufiger wechseln wollen. Nennenswerte Vorkenntnisse sind bei den Automobilen Meilensteinen deshalb nicht nötig: Alle Fahrzeuge seien so ausgewählt, dass sie vergleichsweise alltagstauglich sind. Hallas-Hindinger: „Wir haben bewusst auf Vorkriegsmodelle verzichtet und bis auf wenige Ausnahmen nicht mal welche ohne synchronisiertes Getriebe.“ Trotzdem gebe es natürlich vor jeder Fahrt eine kurze Einweisung, so der Clubmanager. Das Konzept scheint aufzugehen: Die Autos seien gut gebucht, so der Dienstleister. Die Zahl der Unfälle schätzt er deutlich niedriger als bei einem konventionellen Carsharing-Programm. „Wir bekommen sogar Anfragen von Sammlern, die ihre eigenen Fahrzeuge bei uns einbringen wollen, nur damit sie häufiger bewegt werden“, erzählt der Classic- Spezialist, schließt dieses Modell aber kategorisch aus: „Das Risiko ist einfach zu groß, dass es da bei einem Schaden zu Ärger kommt.“
"Carsharing"
Auch Oldies kann man teilen statt besitzen
Carsharing- Nutzer buchen meist umweltfreundliche Kleinwagen oder praktische Familienkutschen. Doch nun erreicht die Idee vom Teilzeit- Auto auch die Classic-Branche: Erste Dienstleister bieten Traumwagen zum Teilen an. Das 2010 in Frankfurt gegründete Unternehmen „Automobile Meilensteine“ hält einen Fuhrpark von zwei Dutzend Fahrzeugen bereit. Geschäftsführer Tim Hallas-Hindinger erläutert: „Unsere Autos bucht man nicht, um damit geschickt von A nach B zu kommen. In der Regel werden damit reine Spaßfahrten unternommen, bei denen der Weg das Ziel ist.“