Paris. Die rasant wachsende Nachfrage in China nach Luxusautos kommt für die britische Traditionsmarke Bentley zur rechten Zeit. Die VW-Tochter hat in der Finanzkrise 40 Prozent weniger Autos verkauft. Neue Märkte und neue Fahrzeuge wie das Spitzenmodell Mulsanne und die in Paris vorgestellte neue Generation des Continental führen nun jedoch zu einer schnellen Erholung. „Wir haben 2009 in China 506 Continental verkauft. In diesem Jahr werden wir dort 1000 Bentley verkaufen“, sagt Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen. Die Nachfrage sei trotz der hohen Einfuhrzölle gut. Gleichzeitig wird in China das Händlernetz ausgebaut. 2010 werden noch drei Autohäuser eröffnet, im nächsten Jahr elf. Aber auch in den anderen Märkten steigt das Interesse am Luxussegment wieder. Im vergangenen Jahr hatte Bentley 4616 Autos verkauft. In Spitzenzeiten waren es mehr als doppelt so viele. Neben der Krise kamen der Auslauf des Arnage und das nahe Facelift des Continental hinzu. Im ersten Halbjahr ist der Absatz bereits wieder um elf Prozent gestiegen.
Auch Luxus läuft wieder
Doch nun sieht Vorstandschef Paefgen, der im nächsten Jahr in den Ruhestand geht, die Wende. So sei der neue Mulsanne bis weit ins nächste Jahr ausverkauft: „Der Bestelleingang läuft gut.“ Insgesamt funktioniere das Geschäftsmodell einer Luxusmarke wie Bentley auch weiterhin: „Nur die Märkte verschieben sich.“ Alternative Antriebe, um der Kritik am hohen Verbrauch von Luxusautos zu begegnen, seien für Bentley „kein Tabu“. „Ob Diesel-, Hybrid- oder Elektroantrieb, wir schließen für die Zukunft nichts aus, wenn der Kunde danach verlangt.“ Solche Konzepte zu realisieren, überlässt Paefgen wohl seinem Nachfolger: Nach Informationen aus Konzernkreisen soll Porsche- Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer auf dem Genfer Autosalon zum neuen Bentley-Chef ernannt werden. Dürheimers letzte Projekte bei Porsche: Hybridantriebe.