Hornbach. Kein Modell ist wichtiger für die Marke. Im vergangenen Jahr konnte Opel europaweit 231.000 Neuzulassungen in seine Bücher schreiben, was 21 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Entsprechend hoch steckten die Entwickler ihre Ziele: Der neue Astra soll leichter, effizienter, emotionaler und dynamischer daherkommen und Klassenbester in Sachen Konnektivität sein. Zum einen, um jüngere Kunden anzusprechen, zum anderen, um nicht noch weiter vom Wolfsburger Bestseller VW Golf abgehängt zu werden. Zudem muss Opel alles dransetzen, um fernöstliche Konkurrenten wie Kia und Hyundai auf Distanz zu halten. Auch unter dem Tarnkleid ist zu erkennen, dass der Astra kürzer als sein Vorgänger geworden ist. Er misst jetzt 4,37 Meter, fünf Zentimeter weniger als zuvor. Trotzdem genießen Passagiere auf der Rücksitzbank 34 Millimeter mehr Beinfreiheit. Deutlich abgespeckt hat der Astra beim Gewicht. Je nach Motorisierung schaffen es die Ingenieure, bis zu 200 Kilogramm herauszuholen. „Die Basisversion wiegt unter 1200 Kilo“, sagt Chefingenieur Marc Schmidt. Die Diät geht vor allem auf das Konto der komplett neu entwickelten Delta-2-Plattform. Sie lässt allerdings nur noch Limousine und Kombi zu, kein Allrad und kein SUV. Alle Benziner im Astra sind neu, die Diesel wurden erst 2013 eingeführt. Erstmals steckt in einem Astra ein Dreizylinder. Opel gibt für das 1,0-Liter-Motörchen (105 PS) einen Normverbrauch von 4,8 Liter auf 100 Kilometer an. Volumenmodell dürfte die Version mit dem neu entwickelten 1,4-Liter-Turbo und 145 PS werden. Das stärkste Modell hat 1,6 Liter Hubraum und 200 PS. Im Cockpit endet der Krieg der Knöpfe, die Anzahl der Schalter wurde erheblich reduziert. Es bleibt bei klassischen Rundinstrumenten. Dazwischen liegt erneut ein kleines Display, das in modernem Weiß und nicht mehr im Rot der 90er-Jahre leuchtet. Im Bereich Konnektivität bietet Opel seinen OnStar-Dienst an. Auch für eine zeitgemäße Verbindung von Mobiltelefonen ist gesorgt: Sowohl Apples iPhone als auch Android-Smartphones lassen sich anschließen. Das bieten derzeit nur wenige Hersteller. Genauso wie LED-Matrix-Scheinwerfer. Mit dem Astra ist das Hightech- Licht sogar erstmals im Volumensegment angekommen.
Delta-2-Plattform
Astra 200 Kilo leichter
Noch stecken die Vorserienmodelle unter einem gekringelten Tarnkleid. Die Spezialfolie soll nicht nur Sicken und Falze kaschieren, sondern auch ein wenig die Proportionen des Fahrzeugs verschleiern. Außenstehenden dürfte es daher schwerfallen, zu erkennen, welcher Autotyp hier auf letzten Erprobungsfahrten unterwegs ist. In diesem Fall ist es die kommende Astra- Generation, die elfte, intern mit dem Buchstaben K versehen. Der Automobilwoche gab Opel die Gelegenheit, das neue Modell bereits vorab zu fahren. Das Debüt des Astra wird im September auf der IAA in Frankfurt sein. Noch im selben Monat steht die Markteinführung an.