"Auch wenn das jetzt vielleicht nicht so gut ankommt“, räumt Antje Woltermann auf die Frage nach ihrer beruflichen Motivation ein, "ich hatte kein Benzin im Blut.“ Dass die gelernte Rechtspflegerin, die nach ihrer Ausbildung ein Studium der Wirtschaftswissenschaften draufsetzte, Anfang der 90er-Jahre als Referendarin in den Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) eintrat, hatte einen unspektakulären Grund: "Die Anforderungen an die Stelle haben perfekt zu meinen Fähigkeiten gepasst“, erinnert sie sich. "Wie interessant die Branche ist, habe ich erst später festgestellt.“
Bereits 1994 wurde Woltermann Geschäftsführerin des ZDK. Heute leitet die 52-Jährige die Abteilung Betriebs-, Volkswirtschaft und Fabrikate im Bonner Branchenverband und setzt sich seit Jahren als Geschäftsführerin diverser Händlerverbände auf deutscher und europäischer Ebene für die Belange der Autohäuser und Werkstätten ein. Networking habe sie von Männern gelernt, sagt die gebürtige Delmenhorsterin, die als erstes Auto den legendären VW Käfer fuhr. Ihren Arbeitsstil charakterisiert sie mit "Akribie und dem Drang zur Perfektion“. Durchsetzungskraft und Durchhaltevermögen hält die Vertriebsexpertin für erstrebenswerte weibliche Eigenschaften, auf typisch Weibliches wie "Probleme zu nahe an sich herankommen zu lassen“ würde sie hingegen gerne verzichten. Aus Zeitgründen zu oft verzichten muss sie leider aufs Reisen – am liebsten "in entlegene Regionen in Asien und Australien“. "Zügig und gelassen“ lautet ihr Motto hinter dem Lenkrad – mit dem sie am liebsten einen Maserati Spyder Cambiocorsa steuern würde. Ein wenig Benzin hat sich mittlerweile wohl doch in ihrem Blut angesammelt.