München. Um dieses Ziel zu erreichen, werden neue Stützpunkte vor allem in China eröffnet, das Engagement im Motorsport ebenso wie das Geschäftsfeld Driving Academy ausgebaut und die Angebotspalette massiv aufgestockt. „Von den bis 2020 angekündigten elf neuen Modellen der Mutter Mercedes, die keinen Vorgänger haben, werden neun ein AMG-Zeichen tragen“, sagt Moers. Das erste Modell stand bereits im Januar in Detroit, das GLE 63 Coupé. Dieser Tage folgt der A 45 Shooting Brake. Andere Modelle wie der GLE 63 – vormals ML 63 – stehen vor ihrer Ablösung. Neue Kunden will die Marke mit den sogenannten Sportmodellen ködern, die seit vergangenem Herbst angeboten werden. Positioniert sind sie zwischen den Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz und den sehr auf Performance ausgerichteten reinen AMG-Modellen. Die Idee ist nicht neu. Audi und BMW praktizieren dieses Prinzip bereits erfolgreich. Die Ingolstädter haben seit Langem ihre S-Linie im Programm. BMW hat für die Brückenmodelle zur M GmbH den Begriff „M Performance“ erdacht. Daimler nutzt weiterhin die Entwicklungskompetenz von AMG. Aus Affalterbach stammt der Sechsliter-Zwölfzylinder für die S-Klasse ebenso wie der kleinste Motor von AMG, der weltweit stärkste in Serie gebaute Zweiliter-Vierzylinder (intern M 133). Von ihm leitet sich der jüngste V8 (M 177) im Hause ab, ebenfalls ein AMG-Eigengewächs. Der M 177 steckt derzeit im neuen C 63 und in leicht abgewandelter Form als M 178 im AMG GT. Der neue Vierlitermotor bildet die Basis für alle zukünftigen V8-Modelle bei Mercedes und löst den jetzigen 5,5-Liter- V8 (M 157) ab. Zum Einsatz kommt der M 177 im nächsten AMG-Aspiranten, dem E 63 der Baureihe W 213, die 2016 ihr Debüt geben wird. Leistungsmäßig, so ist zu hören, soll es nicht bei 510 PS bleiben. Die nächste Hundertermarke haben die Entwickler fest im Visier.
Aston Martin profitiert
Nutznießer des Hightech- Achtzylinders ist auch Aston Martin. Die Briten verwenden das Affalterbacher Aggregat für ihre nächste Sportwagen-Plattform. Noch in diesem Jahr schickt AMG das Coupé der C-Klasse auf die Straße, im kommenden Jahr soll das Cabrio folgen, allerdings nur als Sportmodell. Auf Motorsportebene steht für 2015 der AMG GT3 ins Haus. Mit ihm kämpfen noch in dieser Saison diverse Rennteams um Podestplätze. Privatfahrer können erst nächstes Jahr ins Lenkrad des GT3 greifen. Darüber hinaus soll 2016 die Straßen-GT-Familie mit der „Black-Series“-Edition wachsen. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum 2017 schließlich soll der GT Roadster verkaufsfertig sein. Völlig vom Tisch ist der Dieselmotor – AMG ist dieses Thema „zu europäisch“. Auch technisch gibt es Barrieren. „Hochleistungsdiesel“, so Moers, „sind übermäßig durstig.“ Gerüchte um ein Maybach- Derivat wiegelt der AMG-Chef ab. Vorstellbar aber wäre für ihn ein Plug-in-Hybrid. An Leistung dürfte es auch diesem Gefährt ganz gewiss nicht mangeln.