Wien. Zwar bleibt der algerische Markt 2014 bislang deutlich hinter dem Vorjahr zurück, doch seine Bedeutung ist nach wie vor groß. So hat die Renault-Gruppe im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 44.136 Autos der Marken Renault und Dacia abgesetzt. Bisher wurden alle Pkw importiert. Der einzige Fahrzeughersteller, die staatliche Firma SNVI (Société Nationale de Véhicules Industriels), produziert Lkw und Omnibusse. Doch die Regierung will, dass Importeure in Zukunft in die Produktion von Fahrzeugen, Teilen oder Dienstleistungen für die Autoindustrie investieren. Im November wird im neuen Autowerk Renault Algérie Production (RAP) in Oued Tlélat die Serienmontage des bei Dacia in Rumänien gefertigten Stufenheckmodells Renault New Symbol anlaufen. RAP ist ein Joint Venture zwischen Renault (49 Prozent), SNVI und dem nationalen Investmentfonds FNI. Renault wird zunächst rund 300 Mitarbeiter beschäftigen. In der ersten Phase ist die jährliche SKDMontage von 25.000 Einheiten des New Symbol geplant. In einigen Jahren will man bis zu 75.000 Autos pro Jahr zusammenbauen, weitere Modelle sollen dazukommen. Renault will Teile auch lokal einkaufen. „Wir haben Einkaufsaktivitäten in Algerien gestartet”, sagt Jean-Christophe Kugler, Senior Vice President und Chairman der Region Euromed-Africa bei Renault. Kugler bestätigt auch Pläne für eine CKD-Montage: „Alles ist für die zweite Phase vorbereitet. Um den Schritt zu CKD zu machen, brauchen wir eine lokale Lieferantenbasis”, sagt er. Gegen Ende 2014 wird das Joint Venture Société algérienne pour la fabrication de véhicules de marque Mercedes-Benz im algerischen Aďn Bouchekif nahe Tiaret die Montage der Mercedes-Benz- Modelle G-Klasse und Sprinter beginnen. Dies hat Hamoud Tazerouti, Chairman und CEO von SNVI, vor Kurzem lokalen Medien gesagt. Jährlich sollen 2000 G-Klasse-Einheiten und 6000 Sprinter gebaut werden. Die geplante CKD-Montage der G-Klasse ist Teil eines größeren Projekts zum Bau von Daimler- Fahrzeugen. Im Herbst 2013 wurde in Anwesenheit von Daimler- Chef Dieter Zetsche ein Abkommen über die Gründung von drei Gemeinschaftsunternehmen unterzeichnet. An den drei Joint- Venture-Projekten sind SNVI, das algerische Verteidigungsministerium und der Daimler-Investor Aabar Investments PJS aus Abu Dhabi beteiligt. Daimler agiert als Technologiegeber und Teilelieferant. Das zweite Projekt, Montage von Lkw und Omnibussen von Mercedes-Benz am Standort Rouďba, ist im April angelaufen. Das dritte Vorhaben betrifft die Motorenmontage.
Pkw-Montage ab 2014
Algerien in den Startlöchern
Algerien hat sich in den vergangenen Jahren zum zweitgrößten Automarkt Afrikas entwickelt. 2013 wurden laut Importeursverband AC2A 424.972 Neuwagen zugelassen. Marktführer war Peugeot mit 74.350 Autos, dicht gefolgt von Renault (74.088) und Dacia (37.290). Der gesamte Markt dürfte sogar noch größer sein, denn in der offiziellen Statistik fehlen die meisten chinesischen Marken.