Aschaffenburg. Bei einer Anhörung im US-Kongress hatte der Takata-Manager Hiroshi Shimizu keine Bereitschaft zu einem landesweiten Rückruf von Fahrzeugen gezeigt, in denen Airbags seiner Firma auf der Fahrerseite verbaut wurden. Denn laut Takata treten die Mängel nur in besonders heißen Regionen auf, weshalb das Unternehmen seine Rückrufe auf US-Staaten wie Florida oder Hawaii beschränkt. Wenn das Unternehmen bei diesem Gebaren bleibt, droht ihm eine Strafe von bis zu 35 Millionen Dollar. Die Gefahr für die Fahrzeuginsassen besteht darin, dass die Airbags beim Entfalten wie eine Splitterbombe platzen können. US-Anwälte gehen bislang von vier Todesopfern und rund 150 Verletzungen aus. In den vergangenen Jahren wurden allein in den USA mehr als elf Millionen Autos wegen Airbag-Defekten zurückgerufen. Davon betroffen sind neben den großen japanischen Fahrzeugherstellern auch BMW und die US-Autobauer Chrysler, Ford und General Motors. Laut Automotive News, Schwesterblatt der Automobilwoche, gab es weltweit seit 2008 schon über 16 Millionen Rückrufe im Zusammenhang mit Takata-Airbags. Käme das Unternehmen nun der NHTSA-Forderung nach einer US-weiten Ausdehnung nach, würde dies laut Shimizu acht Millionen Rückrufe mit zweifelhaftem Nutzen bedeuten. Eine solche Aktion hatten Takata- Manager im November bei einem Analystentreffen als größtes Risiko für das Unternehmen bezeichnet. Nach Einschätzung von Experten könnten die Mängel weit mehr Fahrzeuge betreffen und bis zu 100 Milliarden Yen (678 Millionen Euro) kosten. Das 1933 gegründete Unternehmen hatte im September eingeräumt, bis Februar 2015 nur rund ein Drittel der benötigten Ersatz- Airbags herstellen zu können. Der Zulieferer, der weltweit mehr als 43.000 Mitarbeiter beschäftigt, erreicht mit Airbags einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.
Flop Zulieferer 2014: Takata
Airbag-Desaster löst gigantischen Rückruf aus
Der japanische Hersteller von Sicherheitssystemen Takata kommt wegen defekter Airbags einfach nicht aus den Schlagzeilen. Jüngst hatte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA vom Zulieferer landesweite Rückrufe gefordert. Doch das Unternehmen weigert sich und geht stattdessen auf Konfrontationskurs mit der Behörde.