Wir wollen die Autohersteller und Zulieferer am Standort und in Baden-Württemberg weitaus stärker adressieren. Wir waren hier bislang unterrepräsentiert und wollen nun als anerkannter und akzeptierter Anbieter von IT-getriebenen Innovationen auch angemessen Profil zeigen.
Accenture will neuen Standort Stuttgart stark ausbauen
Das kann man so sehen. Wir haben automobile Tech-Center in Turin, in Palo Alto, in Schanghai und in Indien. In dem Land, in dem die besten Automobile der Welt gebaut werden, haben wir noch keines. Diese Rolle könnte Stuttgart perspektivisch erhalten. Es gibt aber auch noch Standorte in München und Wolfsburg. Wir arbeiten sehr erfolgreich für große Automobilfirmen wie Fiat, BMW und den Volkswagen-Konzern - dieses Niveau wollen wir auch in Baden-Württemberg bei den großen Herstellern und Zulieferern erreichen.
Ausgehend von den 150 Mitarbeitern, die wir derzeit hier beschäftigen, wollen wir in den nächsten zwölf Monaten weitere 150 Mitarbeiter einstellen. Mittelfristig sollen in Stuttgart 400 bis 500 Beschäftigte arbeiten.
Wir beherrschen die gesamte Wertschöpfungskette von der Managementberatung über die Implementierung von technologiebasierten Lösungen bis zu deren Betrieb. Dabei kombinieren wir das Wissen über das Automobilgeschäft und die Prozesse mit IT-Know-how. Und wir können das international in der gleichen Qualität darstellen. Außerdem kann Accenture im Gegensatz zum Gros der Konkurrenten auch embedded Software anbieten. Wir haben vor ein paar Jahren 3000 Nokia-Entwickler übernommen, die nun das Thema Connected Vehicle vorantreiben.
Ganz klar. Wir können die komplette End-to-End-Kette abdecken: also von der Software im Fahrzeug bis zur IT-Infrastruktur und dem Betrieb von Services. Wir sind zum Beispiel strategischer Partner der Fiat-Zuliefersparte Magneti Marelli. die alle Aktivitäten zu connected vehicle durch Accenture betreiben lässt. In den Trucks eines namhaften Herstellers stammt das Onboard-Unit von uns und wir betreiben das System bis zu den Wartungszyklen der Lkw.
Fahrzeuge, die mit dem Internet vernetzt sind, werden für ganz neue Geschäftsprozesse und auch Geschäftsmodelle in der Autoindustrie sorgen. Die Grundlage dafür bildet Big Data - also die Echtzeitanalyse riesiger Mengen unstrukturierter und in verschiedenen IT-Systemen abgespeicherter Daten. Hier nutzen wir vor allem die In-Memory-Technologie von SAP.
Das Interview führt Automobilwoche-Reporter Matthias Krust.