Nürnberg. Der Name ist so schlicht wie das Konzept dahinter erfolgreich: Initiative „Freie Werkstatt“ hat der Verbund mittelständischer Autoteilegroßhändler (VmA) sein Werkstattkonzept getauft, mit dem er seit Februar 2009 am Markt ist. Im VmA haben sich die Bosch- Vertragsgroßhändler Coler, Hüller & Brunn, Knoll, Küblbeck und Lorch zusammengetan. Und weil ihnen beim Angebot der Bosch- Konzepte nach unten noch eine Abrundung fehlte, haben sie selbst die Initiative ergriffen. Bosch ist mit seinem Bosch Car Service und der AutoCrew zwar bereits mit zwei Konzepten am Markt, die als sogenannte Fullservice-Systeme denWerkstätten auf der einen Seite ein umfassendes Technik- und Dienstleistungsangebot bieten, auf der anderen Seite aber auch hohe Anforderungen bezüglich Signalisation und Standards der Werkstätten stellen.
Beide Bosch-Konzepte rücken ihre System-Marke in den Mittelpunkt, der Name des Werkstattinhabers tritt dahinter zurück. An diesem Punkt setzt Stephan Herrler an, Geschäftsführer des VmA und Ideengeber der Initiative „Freie Werkstatt“. Das neue Konzept sei bewusst unterhalb des Bosch Car Service und der Auto- Crew angesiedelt und auch unterhalb des Werkstattkonzepts 1a Autoservice, das die VmA-Mitglieder zusammen mit dem Großhändler Trost in der Einkaufskooperation Centro ebenfalls anbieten. „Mit 2,5 Mitarbeitern im Schnitt sind wir das Angebot für die klassische freie Werkstatt“, sagt Herrler. Betriebe der AutoCrew kämen auf drei bis fünf Mitarbeiter, bei 1a Autoservice seien es im Schnitt fünf und beim Bosch Car Service zehn Mitarbeiter pro Betrieb. „An der Werkstatt bleibt der Name des Inhabers bestehen, er wird kein Bosch Car Service oder 1a Autoservice“, erklärt Herrler, der mit seinem Konzept auf kleine Betriebe zielt, die sich bislang an keines der großen etablierten Systeme binden wollten, weil sie ihre regionale Marke nicht schwächen wollen.
errler bedient diese Nische: „Wir haben keinen Anspruch, überregional zu werben.“ Für 499 Euro kann ein Betrieb das Startpaket kaufen, wer zusätzliche Leistungen will, kauft sie als Pakete hinzu. System- oder Lizenzgebühren gibt es nicht, einen jährlichen Mindestumsatz mit den VmAPartner allerdings schon: 25.000 Euro sollten fließen, so sieht es der Rahmenvertrag vor. „Normalerweise wird eine Werkstatt von zwei bis drei Großhändlern beliefert. Unser Ziel ist es, im zweiten, spätestens aber im dritten Jahr Hauptlieferant zu sein“, sagt Herrler. „Wir sind jetzt seit 15 Monaten am Markt, das Ding schlägt ein.“ Auf 300 Betriebe kommt er bereits, bis Jahresende könnten es 500 werden. „In Deutschland gibt es Platz für 1100 bis 1200 unserer Betriebe“, erklärt der VmA-Chef. Damit käme er auf rund ein Viertel des anvisierten Markts, denn zwischen 4000 und 5000 Betriebe mit 2,5 Mitarbeitern gibt es in Deutschland.