Was sich aus der Chipkrise lernen lässt, ist derzeit wohl eine der am stärksten diskutierten Fragestellungen in der Fahrzeugindustrie. Auch wenn eine Häufung unglücklicher Umstände die Situation des Halbleitermangels zusätzlich verstärkt haben, sind sich viele der Beteiligten darin einig, dass Änderungen in der Planung entlang der Lieferkette vorgenommen werden müssen. "Ein Patentrezept gibt es nicht, jedoch verschiedene Ansatzpunkte", sagt beispielsweise Peter Schiefer, Automotive-Chef beim Halbleiterhersteller Infineon.
Eine langfristige, transparente Planung über die gesamte Lieferkette hinweg sieht er als ein Element für eine Verbesserung. Die Entscheidung für eine neue Halbleiterfabrik werde in der Regel fünf Jahre vor Produktionsbeginn getroffen. Beim Kapazitätsaufbau in einer bestehenden Fabrik beträgt die Vorlaufzeit relativ schnell 18 Monate und mehr, weiß er aus Erfahrung. "Das heißt, eine Bedarfsplanung über einen Zeitraum von 18 Monate wäre sehr hilfreich. Wünschenswert wäre auch mehr Verbindlichkeit in der Planung und im Bestellprozess."