Beim IAA-Organisator, dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), stießen die Pläne und der jetzige Beschluss auf deutliche Kritik. Ein Rückzug ist nicht völlig ausgeschlossen. Verbandsgeschäftsführer Jürgen Mindel teilte der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) mit, München habe sich mit einem Konzept inklusive der benannten Plätze beworben. Dies habe wesentlich zum Erfolg der Müncher Bewerbung beigetragen. Mit beworben hatten sich damals unter anderem Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Hannover. "Dass mit dem heutigen Beschluss, auch nach den Gesprächen der vergangenen Wochen, nun einseitig das Konzept der Bewerbung in Teilen zurückgenommen wird, verwundert uns und ist schwer nachvollziehbar. Wir werden die Folgen dieses Beschlusses nun prüfen", so Mindel zur SZ.
SPD-Fraktionschefin Anne Hübner hatte im Stadtrat gesagt, wenn der Verzicht auf den Odeonsplatz und die Verkleinerung am Königsplatz nicht akzeptiert würde, "dann muss man eben nach Frankfurt gehen". Die Rot-Grüne Stadtregierung will die IAA aber durchaus in der Stadt halten. OB Dieter Reiter (SPD) erklärte laut dem "Münchner Merkur": "Wir tun alles andere, als die IAA Mobility auszuschließen, wir wollen Brücken bauen." CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sprach hingegen von einem "kalten Rauswurf der IAA aus München".
Ähnliche Töne schlug Staatskanzleichef Florian Hermann (CSU) an: "Der rot-grüne Beschluss im Münchner Stadtrat ist für eine Weltstadt kleinkariert, innovationsfeindlich und damit mehr als bedauerlich." Die Stadt solle noch einmal über Kompromisse nachdenken. Bayern sei ein Autoland. Die Staatsregierung habe sich dafür starkgemacht, dass die IAA nach München kommt. "Es entspricht nicht unserem Stil, Verträge einseitig zu ändern. Und es ist sehr befremdlich, wenn rot-grüne Stadträte sagen, der Veranstalter könne ja wieder nach Frankfurt zurückkehren, wenn ihm etwas nicht passe."
Für die Messe München, die die IAA mit dem VDA zusammen veranstaltet, sagte Geschäftsführer Stefan Rummel, die Veranstaltung 2021 sei ein herausragendes Erlebnis für Bürger und Besucher gewesen und habe Stadt und Land 240 Millionen Euro beschert. Die Messe werde die veränderten Vorgaben prüfen. Sie sei aber zuversichtlich, dass die IAA auch 2023 zu einem "Leuchtturm für die Branche" werde.
Der ADAC Südbayern appellierte an die Stadt, der IAA den "Raum zu geben, um die notwendigen Diskussionen in der Frage um die Mobilität der Zukunft zu führen". Das neue Konzept sei ein Publikumsmagnet gewesen. (mit Material von dpa-AFX)
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