Auf der Hauptversammlung des Zulieferers Grammer entscheidet sich an diesem Mittwoch (24. Mai), wer künftig das Sagen hat beim Interieurspezialisten. Bleibt alles beim Alten und Vorstandschef Hartmut Müller kann mit seiner Mannschaft und dem Aufsichtsrat die Geschäfte weiterführen oder setzt sich die Unternehmerfamilie Hastor durch und übernimmt beim Zulieferer das Ruder und besetzt die Gremien mit eigenen Leuten?
Doch egal wie die Entscheidung ausfällt, sie wird nicht für Ruhe im Konzern und bei der Belegschaft für Sorgenfalten sorgen. Denn das Kernproblem bleibt. Ein bei den Grammer-Kunden argwöhnisch beäugter Anteileigner des Zulieferers. Selbst wenn sich die Hastors nicht durchsetzen können, werden sie dem Unternehmen voraussichtlich als starker Anteilseigner erhalten bleiben. Den Fahrzeugherstellern, allen voran VW, die mit dem Hastor-Zuliefererkonglomerat Prevent schon einige folgenschwere Auseinandersetzungen hatten, dürfte das ein Dorn im Auge sein.
Die Folgen für die Oberpfälzer wären fatal. Denn wenn die Auftragseingänge weiterhin rückläufig sind, würde das die Entwicklung des Unternehmens deutlich gefährden. Das wiederum kann auch nicht im Interesse der Investorenfamilie liegen, die die Performance des Zulieferers nach eigenem Bekunden verbessern will. Wie dieses Dilemma gelöst werden kann, wissen wahrscheinlich nicht mal die Hastors.