Herr Heinrich, wie hat sich bei Valeo das Geschäft mit Lidar-Sensoren entwickelt?
Wir haben seit 2017 rund 200.000 dieser Sensoren verkauft. Derzeit fertigen wir die zweite Generation unseres Scala-Lidar-Sensors und rüsten damit die Mercedes-Modelle EQS und S-Klasse aus. Die dritte Generation befindet sich in der Entwicklung. Für diese haben wir vom französischen Automobilhersteller Stellantis einen Auftrag erhalten. Damit ausgerüstete Fahrzeuge werden voraussichtlich 2024 auf den Markt kommen. Mit Wemding verfügen wir heute als einziges Unternehmen weltweit über einen Standort, der Lidar-Module für die Automobilindustrie herstellt. 99 Prozent der heute auf der Straße befindlichen Fahrzeuge haben ein Lidar von Valeo. Das heißt: Wir sind ganz klar Marktführer.
Arbeiten Sie auch an sogenannten Solid-State-Lösungen für Lidar?
Valeo bietet bereits Lidar-Sensoren mit kurzer Reichweite an, die sich für das autonome Fahren bei Manövriergeschwindigkeit eignen, und nutzt hier die Festkörpertechnologie (Solid State). Darüber hinaus investiert Valeo bereits in die Generation, die langfristig die Scala-Technologie ersetzen wird, die ebenfalls eine Festkörpertechnologie sein wird.
Müssen Sie Ihr Werk in Wemding erweitern?
Wir sind dort sehr gut aufgestellt und planen, den europäischen Markt von dort zu bedienen.
Total Energies und Valeo wollen bei der Kühlung von Batterien für E-Fahrzeuge kooperieren. Was versprechen Sie sich von dieser Zusammenarbeit?
Der Bereich thermische Systeme ist für E-Fahrzeuge sehr wichtig. Das Kühlen und Heizen von Batterien spielt dabei eine wichtige Rolle, um die Reichweite und Effizienz von Fahrzeugen zu erhöhen. Wir sind diese Kooperation eingegangen, um hier Potenziale zu heben. Im Bereich thermischer Systeme und bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen wollen wir unser Technologieportfolio und unser Know-how weiter ausbauen. In den vergangenen Monaten haben wir mehrere Großaufträge für elektrisch-thermische Systeme erhalten.