Im August wurden knapp ein Viertel oder 62.700 mehr Pkw neu zugelassen als vor einem Jahr. Die gewerblichen Zulassungen stiegen um fast 38 Prozent (plus 58.500 Pkw), wobei die Händler am stärksten zuschlugen: Sie steigerten ihre Zulassungen um 81 Prozent (plus 37.300 Pkw). Damit entfielen im August 26 Prozent der gesamten Neuzulassungen auf die Händler, ein Wert der letztmalig Anfang 2007 beobachtet wurde. Damals versuchte man die negativen Effekte der Mehrwertsteuererhöhung abzufedern.
Die Händler haben die Höfe voll
Das Plus von 38 Prozent bei den gesamten gewerblichen Neuzulassungen war auf die Modelle alles andere als gleichmäßig verteilt. Allein die vier volumenstärksten Modelle, alle der Marke VW, wiesen große Unterschiede auf: Die Nummer eins, der Golf legte bei den gewerblichen Zulassungen um 20 Prozent zu, bei der privaten Nachfrage stand ein Minus von über 27 Prozent zu Buche.
Die Nummer zwei im August war der Tiguan mit einem gewerblichen Plus von 150 Prozent oder knapp 3.500 Neuzulassungen. Ganz anders dagegen die Entwicklung beim Passat: Hier stiegen die gewerblichen Zulassungen zwar um 26 Prozent, aber die privaten Neuzulassungen wurden mehr als verfünffacht. Dadurch fiel der gewerbliche Anteil auf einen für den Passat sehr niedrigen Wert von unter 79 Prozent. Vor einem Jahr lag er noch bei knapp 94 Prozent.
Den stärksten Zuwachs bei den gewerblichen Zulassungen dieser Top-Modelle von VW hatte der Polo mit plus 230 Prozent oder über 3.000 zusätzlichen Neuzulassungen. Dadurch stieg der gewerbliche Anteil dieses Modells von 41,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 61 Prozent.
Auch die Nummer fünf des Neuzulassungsrankings kommt von VW: Der T-Roc, vor einem Jahr noch nicht auf dem Markt, ist aktuell sehr erfolgreich und weist mit etwas über 60 Prozent den niedrigsten gewerbliche Anteil aller volumenstarken VW-Modelle aus.
Das volumenmäßig größte Plus bei den gewerblichen Zulassungen kommt mit 15.000 zusätzlichen Neuzulassungen von VW. Dahinter folgt Audi mit plus 8.000 gewerblichen Neuzulassungen. Auch Renault (plus 8.000) und Skoda (plus 3.000) waren recht aktiv.
Mercedes und BMW zeigten über die jeweilige gesamte Marke keine deutlichen Veränderungen bei den gewerblichen Zulassungen gegenüber dem Vorjahr. Gleiches gilt für Ford.
Die beiden Dacia-Modelle Sandero und Duster weisen die höchsten Zuwächse bei den gewerblichen Neuzulassungen unter den Top 30 Modellen auf. Allerdings sind hier die gewerblichen Neuzulassungen so gering, dass beide Modelle immer noch die mit Abstand niedrigsten gewerblichen Anteile (26 beziehungsweise 27 Prozent) an den Zulassungen haben.
Ganz anders sieht es dagegen bei den beiden Opel-Modellen Corsa und Astra aus. Der Corsa, auf Platz zwölf des Gesamtrankings, reduzierte zwar die gewerblichen Neuzulassungen um knapp fünf Prozent, dennoch war der Anteil der gewerblichen Neuzulassungen mit über 87 Prozent der zweithöchste der Top 30 Modelle. In einer Rangliste der privaten Neuzulassungen liegt der Corsa auf Rang 68.
Den höchsten gewerblichen Anteil der betrachteten Modelle hatte der Astra auf Platz 25. Zwar wurden auch hier die gewerblichen Neuzulassungen um 23 Prozent reduziert, allerdings verlor das Modell über 50 Prozent bei der privaten Nachfrage. Dadurch stieg der gewerbliche Anteil auf knapp 92 Prozent.
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Aus dem Datencenter:
Entwicklung der privaten und gewerblichen Neuzulassungen im August 2018