Frankfurt/Wolfsburg. Trotz eines späteren Marktstarts wird Volkswagen mit dem neuen Golf die interne Zielrendite von acht Prozent erfüllen. Das sagte der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). "Vielleicht schaffen wir sogar zehn Prozent." Weil an dem für VW so wichtigen Fahrzeug ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Produktionsanlauf noch massive Änderungen vorgenommen werden, verzögert sich der Start um etliche Monate.
"Das wird uns in der Rendite nicht nachhaltig belasten, zumal ich glaube, dass sich der Golf in seinem neuen Auftritt besser verkaufen wird als das Ursprungsmodell", sagte Osterloh. Die Nachfolge der erfolglosen Oberklasse-Limousine Phaeton müsse dagegen noch im Aufsichtsrat beraten werden: "Für das Nachfolgemodell brauchen wir andere Kostenstrukturen."
In der Produktivitätsverbesserung sei VW weiter vorangekommen, allein im Stammwerk Wolfsburg sei die Produktivität 2006 um 23 Prozent gesteigert worden. Die Anstrengungen würden fortgesetzt, sagte Osterloh, denn: "VW ist noch lange nicht über den Berg." Gleichzeitig sagte der Betriebsratsvorsitzende Toyota und General Motors den Kampf an: VW habe mit Martin Winterkorn einen neuen Vorstandsvorsitzenden, "mit dem wir mindestens die Nummer zwei in der Welt werden wollen, wenn nicht die Nummer eins."
Auf die Frage, ob er etwas dagegen habe, wenn Europas größter Autohersteller künftig nur noch Tochtergesellschaft der neuen Porsche Automobil Holding SE wäre, sagte Osterloh: "Nein, warum? Porsche ist mir allemal lieber als ein Hedgefonds." (dpa-AFX/gem)