Peking. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat davor gewarnt, die Entwicklung umweltfreundlicher Hybrid-Antriebe für Autos "zu verschlafen". Bei einem Besuch in China sagte Wulff am Donnerstag in Peking: "Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir da nichts verpassen." Vor Journalisten räumte er ein, dass es in diesem Punkt zwischen ihm und dem Volkswagen-Konzern, der nicht nur in China eher auf Dieseltechnologie setzt, gewisse Unterschiede gebe. Unter Hinweis auf die starke japanische Konkurrenz forderte Wulff, Deutschland müsse an Hybrid-Motoren weiter forschen.
Obwohl mit anderen Technologien und Diesel für die Umwelt mehr erreicht werden könne, habe das Thema Hybrid auch bei seinen Gesprächen in China eine Rolle gespielt, sagte Wulff am Ende seiner China-Reise. Das Land Niedersachsen ist neben Porsche Großaktionär bei VW. Als erster Autohersteller hatte Toyota den Benzinmotor um einen Elektromotor ergänzt, der seine Energie aus den Bremsvorgängen gewinnt und im Stadtverkehr bis zu ein Drittel Kraftstoff spart.
Der Chef von Volkswagen in China, Winfried Vahland, bekräftigte bei dem Pressegespräch mit Wulff, dass der Konzern auf dem chinesischen Wachstumsmarkt auf Dieseltechnologie und hochmoderne Einspritztechnik setze, um der umweltfreundlichste Hersteller zu werden. Es seien aber noch erhebliche chinesische Infrastrukturinvestitionen bei den Kraftstoffen nötig, sagte Vahland unter Hinweis auf die schlechte Qualität des chinesischen Diesels, der in China fast nur bei Lastwagen zum Einsatz kommt. (dpa/gem)