Stuttgart. Deutschland droht eine Welle von Kurzarbeit. Daimler, Bosch und ThyssenKrupp machten am Montag entsprechende Ankündigungen und der Bundesanstalt für Arbeit lagen zum Jahresende bereits Anträge auf Kurzarbeit für 300.000 Menschen vor. Ein Jahr zuvor waren es 10.000 gewesen.
Bei Daimler sind neben dem Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim auch das größte Werk des Konzerns in Sindelfingen (Kreis Böblingen) sowie sechs andere Standorte in Deutschland betroffen, sagte eine Sprecherin in Stuttgart. Mit der Maßnahme sollen in der Krise Arbeitsplätze gesichert und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden.
In den Werken Sindelfingen, Untertürkheim, Rastatt, Berlin, Ludwigsfelde und Hamburg arbeiten zunächst knapp 40.000 Beschäftigte kurz. Wie viele Mitarbeiter an den Standorten Bremen und Düsseldorf betroffen sind, sei derzeit noch nicht klar, sagte die Daimler- Sprecherin. Insgesamt arbeiten bei Mercedes-Benz Cars in Deutschland rund 85.000 Menschen. Zuletzt hatte es 1993 Kurzarbeit gegeben.
Für den Großteil der betroffenen Werke haben Unternehmensleitung und Betriebsrat zunächst bis Ende März Kurzarbeit vereinbart. In den Nutzfahrzeug-Werken droht dagegen nach Angaben des Unternehmens im ersten Halbjahr 2009 voraussichtlich keine Kurzarbeit. Hier seien zum Beispiel am Standort im pfälzischen Wörth aber Verkürzungen der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden geplant.