Detroit/Genf. Für die Topmanager der US-Autobauer dürften Dienstreisen ins Ausland derzeit so willkommen sein wie selten. Weit weg von den Milliardenverlusten auf einem schrumpfenden Heimatmarkt lässt sich leichter auf eine Wiederauferstehung der einstigen "Big Three" General Motors (GM), Ford und Chrysler hoffen. Beim Genfer Automobilsalon Anfang März werden die US-Chefs viel und gern von den weltweiten Wachstumschancen sprechen - derweil bleibt ein Großteil der Hausaufgaben in den Vereinigten Staaten laut Experten ungelöst.
Die GM-Tochter Opel schaffte es im Gegensatz zum Mutterkonzern 2007 zum zweiten Mal in Folge in die Gewinnzone - wenn auch wegen des herben Absatzrückgangs in Deutschland nur knapp mit 55 Millionen US- Dollar (37 Mio Euro). Ford konnte in Europa mit Köln als größtem Standort den Gewinn auf fast eine Milliarde Dollar gut verdoppeln. Und Chrysler freute sich, 2007 außerhalb Nordamerikas so viele Autos verkauft zu haben wie nie zuvor.
Zu Hause in Amerika haben die US-Hersteller viele Probleme gemein: Falsche Modelle, ein schwacher Markt und Konkurrenz aus Fernost. GM, Ford und Chrysler setzten zu lange auf bullige, spritfressende Karossen und Pickups. Steigende Benzinpreise und die Finanzkrise ließen den US-Absatz 2007 um 2,5 Prozent auf 16,15 Millionen Wagen sinken - den niedrigsten Stand seit Ende der 90er. Tendenz: weiter fallend. Allen Konkurrenten voran nutzte Toyota die Schwäche der Amerikaner und triumphierte auf deren Terrain.
Alle drei US-Konzerne vereinen überdies riesige Verluste. Seit Jahren schreiben sie rote Zahlen. Eine gerade erfolgte Einigung mit der Gewerkschaft soll bei den Kosten für Erleichterung sorgen und die Autobauer wieder wettbewerbsfähig machen: Milliardensummen für die Gesundheitsversorgung wurden ausgelagert. Weitere Zehntausende Stellen sollen vor allem durch Abfindungen abgebaut werden.