Hamburg. Volkswagen will den japanischen Branchenführer Toyota nicht nur bei der Rendite, sondern auch beim Absatz überholen. Das sagte der VW-Marketing- und Vertriebschef Michael Kern dem Magazin "auto motor und sport". Dafür wolle VW unter anderem in den kommenden drei Jahren zwölf neue Modelle auf den Markt bringen und die Präsenz in den USA, Russland, Indien und anderen Märkten ausweiten. Unter Berufung auf Unternehmenskreise hieß es, laut internen Planungen sei die Übernahme der Marktführerschaft für 2014 oder 2015 geplant.
Es wird damit gerechnet, dass Toyota dieses Jahr 9,34 Millionen Autos absetzt und damit den langjährigen Weltmarktführer General Motors (GM) überholt. VW will in diesem Jahr mehr als sechs Millionen Fahrzeuge verkaufen. Einen Absatzsprung verspreche sich VW von einem neuen Kleinwagen, der Anfang des kommenden Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Eine Studie dafür mit dem Namen "Up" zeigte Volkswagen auf der Automesse IAA in Frankfurt.
Die "WirtschaftsWoche" berichtet, VW werde voraussichtlich in den kommenden sechs Monaten eine Entscheidung über den Bau eines Werks in Nordamerika treffen. Der Bau eines Werks in den USA wird angesichts des hohen Euro-Kurses seit längerem erwogen. "auto motor und sport" sagte der neue US-Chef von Volkswagen, man wolle die Preise seiner Modelle in den USA senken, um die geplante Verdreifachung des Absatzes auf 800 000 Fahrzeuge bis zum Jahr 2018 zu schaffen. "Heute liegen wir noch 15 bis 20 Prozent über unserem Kernwettbewerb, in Zukunft sollen es rund 5 Prozent sein." VW will den seit Jahren defizitären US-Markt mit einer neuen Strategie aus den roten Zahlen holen.
Im weltweit wichtigsten Automarkt USA solle auch die neue Generation des Oberklassewagens Phaeton angeboten werden, wie der Technik-Vorstand der Marke VW, Ulrich Hackenberg, in dem Magazin ankündigte. Das aktuelle Phaeton-Modell war 2006 nach schlechten Verkaufszahlen vom US-Markt genommen worden. Unter Berufung auf Zuliefererkreise hieß es, die Phaeton-Produktion werde in diesem Jahr von 5024 auf rund 4300 Fahrzeuge sinken. Der Phaeton-Nachfolger solle ebenfalls ausschließlich in Dresden gefertigt werden. (dpa/gem)