Genf. Die Anreise zum Genfer Autosalon ist für VW-Chef Martin Winterkorn etwas weiter ausgefallen als üblich. Direkt von Schweden reiste der Vorstandschef Anfang der Woche zum traditionellen Branchentreff am Genfer See. In Stockholm hatten er und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Übernahme des Lastwagenbauers Scania perfekt gemacht. Wenig später verkündete Porsche, dass der Stuttgarter Auto-David den Wolfsburger Goliath schlucken will - damit hatte der Genfer Autosalon am Dienstag zumindest hinter den Kulissen das dominierende Thema.
In den vergangenen Jahren waren vor allem kleinere, eigenständige Autohersteller wie Porsche und BMW erfolgreich, die die kriselnden Massensegmente ignorierten und sich auf margenstarke Nischen und Premiumsegmente konzentrierten. Nun bauen Volkswagen und Porsche durch den milliardenschweren Kauf des Lastwagenbauers Scania und die bevorstehende Übernahme von VW durch Porsche ein neues Automobil-Konglomerat auf, dass vom Kleinwagen über teure Sportflitzer bis zum 40-Tonner fast alles anbietet, was auf vier Rädern unterwegs ist. Ob das neue Konstrukt Erfolg hat, muss sich noch erweisen. Winterkorn aber ist überzeugt und verkündet mit neuem Selbstbewusstsein: Volkswagen ist nun "der zukunftsfähigste Autobauer der Welt".