Wolfsburg. Die Verschmelzung von Volkswagen und Porsche zu einem neuen mächtigen Autoimperium steht vor dem endgültigen Abschluss. Nach der Einigung über die Grundlagen im August soll nun bis Ende dieser Woche die Zusammenführung der beiden Autobauer unter Dach und Fach kommen. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen werden die bis zuletzt noch verhandelten Verträge mit den juristischen Details der Integration von Porsche in den VW-Konzern voraussichtlich am Freitag absegnen. VW-Chef Martin Winterkorn wird die Führung des neuen Autogiganten übernehmen.
Nach einer Sitzung des Kontrollgremiums von VW wollten sich am Freitagnachmittag auch die Aufseher von Porsche in Wolfsburg treffen. Der VW-Aufsichtsrat kommt bereits am Donnerstag zusammen.
Neben der geplanten Porsche-Übernahme steht eine Entscheidung über einen Einstieg von VW bei dem insolventen Osnabrücker Zulieferer Karmann auf der Tagesordnung. Einzelheiten sind nicht bekannt. VW hatte den Karmann-Gesellschaftern ein Angebot vorgelegt, um Teile des Unternehmens zu kaufen. Der Preis war aber strittig. Bei einer Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates in der vorigen Woche war das Thema verschoben worden, weil die Debatte über die Verträge mit Porsche viel Zeit benötigt hatten.
Volkswagen und Porsche hatten sich nach einem beispiellosen Übernahmekampf bereits im August in einer Grundlagenvereinbarung geeinigt - die Durchführungsverträgen regeln nun die Einzelheiten. Die Gespräche hatten sich deutlich länger hingezogen als geplant, ursprünglich sollte bereits im September alles klar sein.