Wolfsburg/Stuttgart. Die Initialen bleiben gleich: Statt Michael Macht soll künftig Matthias Müller den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche führen. Der 57-Jährige ist derzeit oberster Produktstratege in Wolfsburg und enger Vertrauter von VW-Chef Martin Winterkorn. Damit erhöht die Konzern-Führung den Zugriff auf die schwäbische Sportwagenschmiede, die im Laufe des nächsten Jahres eingegliedert werden soll.
Macht wechselt im Gegenzug im Herbst als VW-Produktionsvorstand nach Wolfsburg. Branchenkenner werten dies als geschickten Schachzug. VW benötige dringend jemanden, der das Produktionssystem modernisiere und flexibler mache. "Und da gibt es aus meiner Sicht keinen Besseren als Macht", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.
Es gehe darum, Strukturen zu schaffen, die Umsatzschwankungen besser ausgleichen könnten. Und da habe Porsche das beste System der Welt. Macht hatte in den 1990er Jahren gemeinsam mit seinem Vertrauten, dem früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, die schlanke Produktion nach dem Vorbild japanischer Autobauer eingeführt.
Zu den Plänen von VW-Patriarch Ferdinand Piëch für ein großes Auto-Imperium passt auch die Schaffung eines neuen Vorstandsressorts "Konzern Nutzfahrzeuge". Dadurch gibt VW der Sparte einen ganz neuen Stellenwert. Auf den Vorstandssessel rutscht Machts Vorgänger in Wolfsburg, Jochem Heizmann. Der Manager gilt ebenfalls als enger Vertrauter von Winterkorn.