Stuttgart. Porsche ist im Rechtsstreit um Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe mit US-Investoren einem Magazinbericht zufolge zu Zugeständnissen bereit. Das Unternehmen habe einer Gruppe von Fonds eine Abfindung im niedrigen dreistelliger Millionen-Dollar-Bereich angeboten, berichtet das «Manager Magazin» unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Sprecher der Porsche SE wollte dazu am Donnerstag nichts sagen: «Wir äußern uns nicht zu einem laufenden Verfahren.»
Das Magazin schreibt, die Fonds hätten das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Sie machten vor Gericht einen Schaden in Höhe von mindestens einer Milliarde Dollar geltend. Porsche hatte die Offerte dem Bericht zufolge an die Bedingung geknüpft, dass die Investoren ihre Schadensersatzklagen fallen lassen und auf mögliche neue Forderungen verzichten.
Porsche und VW kämpfen wegen der 2009 zu Ende gegangenen Übernahmeschlacht an mehreren Fronten in Deutschland und den USA. Die Stuttgarter hatten versucht, den deutlich größeren Konkurrenten Volkswagen auch mit Hilfe komplizierter Finanztransaktionen zu übernehmen. Anleger und Fonds fühlten sich über die Pläne falsch informiert und hatten wegen massiver Aktienkurssprünge nach eigenen Angaben schwere Verluste verbucht. Porsche und VW hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Im Sommer 2009 war der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dann mit seinem Vorhaben gescheitert. Nun soll Porsche in den VW-Konzern integriert werden. Doch die Prozessrisiken erschweren die Pläne von VW und Porsche, nach der einstigen Feindschaft rund um die Übernahme nun einen «integrierten Automobilkonzern» zu formen.