Genf. Die deutschen Premiumhersteller unter den Autobauern dürfen laut Verbandsangaben mit steigenden Verkäufen in Deutschland rechnen. "Wir sehen eine klare Indikation dafür, dass Premium gefragt ist und dass die Premiumhersteller auf dem deutschen Markt auch Marktanteile gewinnen", sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilhersteller VDA am Montagabend zum Auftakt des Genfer Automobilsalons.
Für den deutschen Markt bekräftigte Wissmann seine Einschätzung, er werde um rund eine Million Personenwagen auf 2,75 bis drei Millionen Verkäufe sinken. "2010 bleibt ein holpriger Weg." Zum Absatzergebnis im Februar will sich der Verband auf der Pressekonferenz in Genf am Dienstagmittag äußern. Eine weitere Eingrenzung der Jahresprognose dürfte es frühestens im Sommer geben. Einen Wert von rund drei Millionen Verkäufen im Jahr sieht Wissmann als normales Niveau für den deutschen Markt. Angesichts der rückläufigen Inlandsnachfrage setzt Wissmann stark auf das Auslandsgeschäft. "Ich erwarte 2010 ein außerordentlich starkes Wachstum bestimmter Exportmärkte", sagte der VDA-Präsident und nannte neben China und Asien insgesamt auch die USA. "Dort werden die deutschen Hersteller weiter Marktanteile gewinnen." Wissmann hofft, dass durch den Exporterfolg der Rückgang im Inland ausgeglichen werden kann. Insgesamt sieht der Verbandspräsident Zeichen für eine Erholung. "Man spürt in Genf, dass der Autofrühling im Kommen ist", sagte Wissmann. Früheren Angaben zufolge rechnet der Verband für dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr mit einem weltweiten Nachfrageanstieg von einem bis drei Prozent.
Für den Markterfolg seien neben technischen Innovationen und Umweltfreundlichkeit auch Qualität und Zuverlässigkeit von hoher Bedeutung. Wissmann verwies auf Zuverlässigkeitsstatistiken, in denen die deutschen Hersteller in den letzten Jahren wieder vordere Plätze erreicht hätten. "Den Weg wollen wir eisern weiter gehen." Mit Blick auf den von Rückrufen gebeutelten japanischen Hersteller Toyota sagte Wissmann, man empfinde keinerlei Schadenfreude. "Das muss uns bestärken, immer wieder neu unsere Hausaufgaben zu machen." (dpa-AFX/gem)