München. Volkswagen stemmt sich erfolgreich gegen die eingetrübte Stimmung am US-Automarkt. Während so mancher Konkurrent im Mai unter rückläufigen Verkäufen zu leiden hatte, legten die Wolfsburger noch einen Zahn zu. Vor allem der Jetta verkauft sich dank seines Kampfpreises von knapp 16.500 Dollar plus Steuern (11.400 Euro) weiter blendend.
"Für uns war es der beste Monat seit mehr als sieben Jahren", sagte VW-Landeschef Jonathan Browning am Mittwoch. Der Hersteller wurde von seiner Kernmarke 30.100 Neuwagen los - das sind 28 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mehr als die Hälfte der Auto waren Jetta. Auch das Coupé Passat CC und der kleine Geländewagen Tiguan fanden so viele Fans wie noch nie.
"Der gute Lauf wird anhalten", führte Browning aus. "Ich sehe unseren Marktanteil wachsen." Die Hoffnungen von VW ruhen vor allem auf dem neuen US-Passat und dem Beetle, die beide im Herbst auf den nordamerikanischen Markt kommen. Den Beetle fertigt VW in Mexiko, für den Passat hat der Konzern eigens eine Fabrik in Tennessee gebaut. Die große Limousine soll mit einem Grundpreis von knapp 20.000 Dollar vor allem Toyota die Kunden abjagen.
Der VW-Konzern will bis 2018 zum Weltmarktführer aufsteigen und muss sich dafür auf dem US-Markt verbessern, wo die Wolfsburger derzeit noch ein kleines Licht sind. Beherrscht wird das Feld von den drei großen heimischen Autobauern General Motors, Ford und Chrysler sowie von den japanischen und südkoreanischen Herstellern. Die neuen Modelle sollen das Blatt jedoch wenden. Auch die VW-Premiumtochter Audi legt seit Monaten kräftig zu.