New York. Porsche ist erneut mit einer Klage von US-Hedgefonds im Zusammenhang mit der gescheiterten VW-Übernahme konfrontiert. Bei einem Gericht des Bundesstaats New York reichten mehrere Hedgefonds unter Führung von Glenhill Capital Klage ein, wie aus Unterlagen auf der Internetseite des Gerichts hervorgeht. Die Kläger machen einen Schaden von einer Milliarde US-Dollar geltend.
"Wir haben von dieser Klage Kenntnis", sagte ein Porsche-Sprecher am Mittwoch. "Sie wurde uns bisher jedoch noch nicht zugestellt." Wie schon bei der Ende Dezember vor einem New Yorker Bundesgericht abgewiesenen Klage werfen die Investoren dem früheren Porsche-Management vor, sie über ihre wahren Absichten getäuscht zu haben. Porsche habe immer wieder bestritten, die Mehrheit an VW übernehmen zu wollen und damit die Investoren in eine Falle gelockt, heißt es in den Gerichtsunterlagen.
"Wir halten auch diese Klage für unzulässig und unbegründet", sagte ein Porsche-Sprecher. Porsche hatte sich mit schwer durchschaubaren Aktiengeschäften den Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien gesichert. Gleichzeitig wetteten Investoren auf fallende Kurse. Als die Knappheit der frei handelbaren VW-Stämme im Herbst 2008 bekannt wurde, schossen die Papiere auf bis über 1000 Euro. Um ihre Geschäfte zu bedienen, mussten die Investoren zum sprunghaft überhöhten Kurs kaufen. Diesen Schaden machen sie nun geltend.
Ende Dezember hatte ein New Yorker Bundesgericht die Klage von Investoren mit der Begründung abgewiesen, die bundesstaatlichen US-Wertpapiergesetze fänden keine Anwendung auf die betroffenen Aktiengeschäfte. In diesem Verfahren haben die Kläger Berufung eingelegt. Sie beziffern ihren Schaden auf zwei Milliarden Dollar. Im nächsten Schritt müssen sich nun Gericht, Kläger und Beklagte auf einen Zeitplan für das weitere Vorgehen einigen.