Detroit. Im Streit um einen neuen Tarifvertrag hat die US-Autogewerkschaft UAW den Druck auf den Autobauer Chrysler erhöht. Sollte bis Mittwoch keine Einigung über den neuen Vertrag erzielt werden, bestehe die Gefahr eines Streiks, sagte eine Gewerkschaftssprecherin am Montag in Detroit. Die Verhandlungen beider Seiten waren am Montagmorgen fortgesetzt worden, eine Einigung ist bislang aber noch nicht in Sicht.
Die Gewerkschaft hatte sich am 26. September mit General Motors (GM) über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag geeinigt. Üblicherweise übernehmen die beiden anderen US-Autobauer Ford und Chrysler einen solchen Pilotabschluss. In diesem Jahr allerdings drängen Chrysler und Ford auf weitergehende Vereinbarungen.
Chrysler zum Beispiel will die gleichen Krankenversicherungs-Vereinbarungen für Betriebsrentner, die die Gewerkschaft Ford und GM bereits 2005 gewährt hatte. Dies würde für das Unternehmen jährliche Einsparungen von 300 Millionen Dollar bedeuten. Außerdem will der kleinste der "Großen Drei" nicht so weitreichende Produktzusagen wie GM machen. GM hatte die Weiterproduktion und die Fertigung von bestimmten Modellen in US-Fabriken zugesagt. Schließlich will Chrysler den Stundenlohn seiner Arbeiter drücken, um wettbewerbsfähiger zu werden.
Chrysler war nach Milliardenverlusten im vergangenen Jahr im Sommer von Daimler mehrheitlich an die Investmentfirma Cerberus Capital Management verkauft worden und steckt momentan im Umbau. (dpa-AFX/gem)