Tokio. Japans Automobilindustrie drängt verstärkt ins Ausland. Da die Absätze auf dem japanischen Heimatmarkt langsam aber stetig sinken, sind Toyota und Co dabei, umso stärker in Übersee zu wachsen. Vor allem Branchenprimus Toyota lehrt die ausländische Konkurrenz das Fürchten und schickt sich an, in diesem Jahr den US-Konkurrenten General Motors (GM) als größter Autoverkäufer der Welt zu überholen. Profitiert haben die Japaner dabei von ihrer Hybrid-Technologie, mit der sie das Umweltbewusstsein in der öffentlichen Debatte - auch zum Leidwesen der auf saubere Dieselmotoren setzenden Deutschen - bisher dominieren. Inzwischen jedoch haben auch die Japaner damit begonnen, in neue Dieseltechnologien zu investieren.
Auf ihrem eigenen Heimatmarkt können die Japaner nicht mehr groß wachsen. Zwar sind die Pkw-Neuzulassungen im August erstmals seit mehr als zwei Jahren leicht um 0,8 Prozent gestiegen. Doch insgesamt schrumpft der Fahrzeugmarkt in Japan weiter. Die Zeiten, da die japanischen Kunden noch in kurzen Abständen neue Modelle kauften, sind vorbei. "Man ist nicht mehr bereit, fürs Auto als Zweckmittel so viel Geld auszugeben", erklärt Takahide Kiuchi, Chefökonom beim Nomura Research Institute. Zudem gehe der Trend von großen zu kleinen Autos, von normalen Pkw zu Miniautos. Die kleinen "Keijidosha" machen inzwischen über ein Drittel der Zulassungen aus.