Washington. Die gefährlichen Defekte bei Toyota sollen noch mehr Menschenleben gekostet haben als bisher bekannt. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt mittlerweile 52 Todesopfer mit dem ungewollten Beschleunigen in Verbindung. Bislang war von 34 Toten die Rede. "Wir alle wissen, dass etwas schrecklich schiefgelaufen ist", sagte Senator Jay Rockefeller am Dienstag in der dritten und vorerst letzten Anhörung zum Thema Toyota vor dem US-Kongress. "Sicherheit spielte eine untergeordnete Rolle. Das Gewinnstreben steuerte die Entscheidungen des Unternehmens."
Der Ausschussvorsitzende warf der Verkehrssicherheitsbehörde vor, versagt zu haben, indem sie lange tatenlos blieb. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sammelt Beschwerden von Autofahrern. Seitdem Toyotas Rückrufwelle für viel Aufmerksamkeit sorgt, ist auch die Zahl der Eingaben sprunghaft angestiegen. Bislang konnten Gutachter jedoch nur bei wenigen Unfällen zweifelsfrei klären, dass sie tatsächlich auf Konstruktionsmängel zurückgehen.
Die Aufzeichnungen über Unfälle mit Toyota-Autos reichen bis ins Jahr 2000 zurück. Ab 2002, so führte Rockefeller aus, hätten sich die Beschwerden "zu Tausenden" gehäuft. "Ich verstehe nicht, warum Sie nicht früher reagiert haben", klagte er die Toyota-Manager an. Weltweit hat Toyota 8,5 Millionen Autos wegen diverser Defekte zurückgerufen, die ersten Wagen kamen Ende 2009 in die Werkstätten. Der US-Markt ist besonders stark betroffen. Im Januar und Februar musste Toyota hier einen deutlichen Rückgang der Verkäufe hinnehmen. "Der Verlust an Vertrauen ist teurer als alles andere für Toyota", sagte Nordamerika-Chef Yoshimi Inaba.