Tokio. Im Gaspedal-Debakel will Toyota nach der gigantischen Rückrufaktion die gestoppte US-Fertigung von acht Modellen wieder hochfahren. Der weltgrößte Autohersteller kündigte am Dienstag an, die Produktion solle am kommenden Montag (8. Februar) starten. Unter dem Druck der Öffentlichkeit hatte Toyota am 26. Januar Verkauf und Produktion fast der halben Modellpalette gestoppt. Das Gaspedal in Millionen Autos weltweit droht zu klemmen.
Toyota fürchtet allerdings - neben der noch nicht zu beziffernden Belastung durch die Kosten der Rückrufaktion - Schleifspuren im Geschäft. Der für die Produktqualität zuständige Vorstand Shinichi Sasaki sagte am Dienstag, man sorge sich, ob die weltweit angepeilten Verkaufszahlen 2010 erreicht werden könnten. Der Auftragseingang sei seit der Ankündigung der Rückrufe zurückgegangen. Die monatlichen Verkaufszahlen könnten nach den Erfahrungen früherer Rückrufaktionen um mehr als 20 Prozent einbrechen.
Am heutigen Dienstag schlägt die Stunde der Wahrheit: Dann legen die Autohersteller Januar-Absatzzahlen für die USA vor. Experten gehen davon aus, dass Toyota mit seinem Marktanteil unter die 15 Prozent gerutscht ist. Das wäre eine schwere Schlappe für den Konzern, der sich über die Jahrzehnte hinweg auf den zweiten Platz im wichtigen Autoland USA vorgeschoben hatte. Toyota-Wagen galten als qualitativ hochwertig und sicher - dieses Image ist nach dem Gaspedal-Debakel schwer angekratzt.