Tokio/New York. Der weltgrößte Autobauer Toyota will gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmen Tesla Motors Elektroautos für den US-Markt entwickeln und produzieren. Wie der von einer Pannenserie geplagte japanische Branchenprimus am Donnerstag (Ortszeit) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im kalifornischen Palo Alto bekanntgab, sollen die Fahrzeuge in einer kürzlich stillgelegten Fabrik in Kalifornien gebaut und 2012 auf den Markt gebracht werden. Toyota werde 50 Millionen Dollar in den ortsansässigen Elektroauto-Hersteller investieren und gemeinsam Autos entwickeln und Unterstützung bei Fertigungssystemen leisten, hieß es.
Tesla kooperiert bei der Entwicklung von Elektroautos auch mit dem deutschen Hersteller Daimler. Die Kalifornier stellen die Batterien für den derzeitigen Elektro-Smart, den Daimler weltweit in Testflotten im Einsatz hat. Die Stuttgarter stiegen vor einem Jahr mit knapp zehn Prozent bei Tesla ein und haben mittlerweile einen Teil der Beteiligung an ihren Großaktionär Abu Dhabi weitergereicht. Über die Belieferung mit Batterien hinaus wollte Daimler vor allem von den Erfahrungen der Kalifornier mit dem elektrischen Antriebsstrang lernen. Tesla gilt als Elektroauto-Pionier und hat bereits einen Elektrosportwagen auf dem Markt. Umgekehrt sollten die Stuttgarter dem Start-up-Unternehmen Know-how zum Aufbau einer Produktion größer Stückzahlen weitergeben.
"Wir begrüßen die Partnerschaft von Toyota mit Tesla, die ebenfalls zum Ziel hat, das Elektrofahrzeug und damit das Thema Elektromobilität voranzubringen", sagte eine Daimler-Sprecherin am Freitag auf Anfrage. "Die Partnerschaft Tesla/Toyota beeinträchtigt unsere Partnerschaft und Zusammenarbeit nicht." Vielmehr bestätige das Engagement von Toyota Daimlers Strategie und zeige, dass mit dem Einstieg bei Tesla eine richtige Entscheidung getroffen wurde, sagte die Sprecherin.
Nach seinem kommerziellen Erfolg mit Hybrid-Autos wie dem Prius will Toyota mit der Kooperation mit Tesla nicht nur sein Engagement bei umweltfreundlichen Autos vorantreiben. Branchenbeobachter sehen dahinter auch Toyotas Versuch, sein angeschlagenes Image auf dem US-Markt aufzupolieren, indem die Japaner ein zuvor aufgegebenes Werk nutzen und frühere Mitarbeiter einstellen.