Hamburg. Die Autohersteller überschätzen laut einer Studie das Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes. Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Bain & Company müssen sie sich darauf einstellen, das Absatzziel von 9,3 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2010 zu verfehlen. Dies berichtet die "WirtschaftsWoche" in ihrer jüngsten Ausgabe. Die Unternehmensberater gehen von rund 7,9 Millionen Fahrzeugen aus.
"Unsere Studie zeigt, dass die Hersteller den Markt stark überschätzen und zu hohe Absatzziele in China ausrufen", sagte Jörg Gnamm, Partner und Autoexperte bei Bain & Company. "Es geht um eine Größenordnung von 1,5 Millionen Autos. Das entspricht etwa der Hälfte des Absatzes in Deutschland oder der Kapazität von vier bis fünf Pkw- Werken."
Die Entwicklung sei weniger ein Problem für Premiumhersteller wie Audi, Mercedes oder BMW, da sie nur vergleichsweise kleine Stückzahlen in China absetzten. Da die hohen Produktionskapazitäten vor allem bei kleinen und mittleren Fahrzeugen aufgebaut würden, seien von den möglichen Überkapazitäten vor allem Volumenhersteller wie Volkswagen, General Motors oder Toyota betroffen.