Berlin. Fahrern älterer Fahrzeuge der Abgasnormen Euro-2 und -3 mit hohem Kohlendioxid-Ausstoß droht nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Donnerstag) womöglich eine Erhöhung der Kfz-Steuer. Wie die Zeitung unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Papier des Bundesfinanzministeriums berichtet, sollen rund 16 Millionen Autofahrer ab Anfang kommenden Jahres zum Teil erheblich mehr zahlen. Hintergrund sei die von der großen Koalition geplante Einführung eines linearen CO2-Tarifs, mit dem neue, besonders schadstoffarme Autos künftig entlastet oder befristet ganz von der Kfz-Steuer befreit werden sollen. Da das den Ländern zustehende Steueraufkommen in Höhe von rund neun Milliarden Euro aber erhalten bleiben soll, muss laut Vermerk aus dem Finanzministerium "auf der anderen Seite ein großer Teil der Pkw durch eine neu gestaltete KraftSt (Kraftfahrzeugsteuer) ab 1.1.2009 höher belastet" werden.
Dagegen ist nach Reaktionen aus der Politik auf den Bericht am Donnerstag die künftige Kfz-Steuerbelastung für ältere Fahrzeuge mit hohem Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) weiter offen. Die Ressorts für Umwelt, Wirtschaft und Finanzen haben für die Koalitionspläne unterschiedliche Modelle vorgelegt, die Kfz-Steuer künftig vom CO2-Ausstoß und nicht mehr vom Hubraum abhängig zu machen. Danach schlägt das CSU-geführte Wirtschaftsministerium im Gegensatz zu den anderen Modellen eine massive Mehrbelastung von Altwagen vor. Darstellungen, dieser Vorschlag komme aus dem Finanzministerium, wies Sprecher Torsten Albig am Donnerstag zurück. Vielmehr sei auch das Finanzministerium gegen eine höhere Kfz-Steuer für Alt-Fahrzeuge.