Hannover. In den Klagemarathon um die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen könnte neue Bewegung kommen. Am 8. Dezember (12.00 Uhr) will das Landgericht Hannover über vier Anträge auf ein Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) verhandeln, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bestätigte. Unter einem solchen Musterverfahren könnte das Klagewirrwarr zum selben Thema mit einer Bedeutung für viele Anleger zusammenlaufen. Unter anderem hatte sich der Anlegeranwalt Andreas Tilp für ein solches Verfahren eingesetzt und im Februar einen entsprechenden Antrag gestellt. Tilp hatte auch den Musterkläger im KapMuG-Verfahren um den Börsengang der Deutschen Telekom vertreten.
Gescheiterte VW-Übernahme
Sammelverfahren bei Porsche-Prozessen möglich
Möglicherweise werden die Klagen zur gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche schneller entschieden als gedacht. Ein Anwalt hat den Antrag gestellt, ein Musterverfahren zu verhandeln, wodurch die übrigen Prozesse deutlich abgekürzt werden könnten.
Investoren fordern Schadenersatz
Die gescheiterte Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche beschäftigt seit Jahren Gerichte in New York, London, Stuttgart, Braunschweig, Frankfurt und inzwischen vor allem in Hannover. Zahlreiche Investoren fordern Schadenersatz, weil sie sich rückblickend während des Ringens um VW-Übernahme nicht richtig informiert fühlten. Die gesamten Forderungen belaufen sich auf mehr als fünf Milliarden Euro. Von Donnerstag an muss sich außerdem der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten, weil er die Anleger nicht ausreichend über sein Vorhaben informiert haben soll. (dpa/swi)