Stuttgart. Porsche will sich auf der Fahrt unter das Dach von VW von den zahlreichen Rückschlägen nicht ausbremsen lassen. "Ich kann und will selbstverständlich nicht verschweigen, dass auf dem Weg zur angestrebten Verschmelzung noch einige Steine zur Seite geräumt werden müssen", sagte Porsche-SE-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Stuttgart. Trotz aller juristischer und finanzieller Probleme stehe aber fest: "Der integrierte Automobilkonzern wird umgesetzt." Der Vertrauen zwischen Volkswagen und Porsche sei mittlerweile groß. "Der Teamgeist stimmt."
Finanzchef Hans Dieter Pötsch goss trotz der neuen Einigkeit zwischen Wolfsburg und Stuttgart nach der erbitterten Übernahmeschlacht kräftig Wasser in den Wein. Wegen zahlreicher zäher Ermittlungen und Klagen in Deutschland und den USA sowie der noch bestehenden Milliardenschulden der Sportwagenschmiede liege die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 50 Prozent, dass es mit der Verschmelzung wie geplant noch 2011 klappt. Dabei sollte die Volkswagen AG mit der Dachgesellschaft Porsche SE vereint werden.
Immer mehr rückt damit Plan B beim Zusammengehen der beiden Autobauer in den Fokus. Danach könnte Volkswagen auch die restlichen 50,1 Prozent der Anteile am Porsche-Sportwagengeschäft übernehmen, bisher hält VW 49,9 Prozent. Pötsch bezifferte diese Möglichkeit auf mittlerweile ebenfalls 50 Prozent. "Wir können nicht mit Gewissheit sagen, welchen Weg die Porsche SE nehmen wird", erklärte der Finanzchef. Entscheidend für die gemeinsame Zukunft sei aber, dass die geplante Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro bis Ende Mai über die Bühne gehe.
Das Geld wird dringend gebraucht, denn die Stuttgarter stecken noch immer in den Schulden fest. Die Nettoverschuldung stieg wegen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe Ende Dezember 2010 auf 6,34 Milliarden Euro. Zuvor hatte dieser Wert noch bei 6,1 Milliarden Euro gelegen. Durch die Kapitalerhöhung soll die Last nach Angaben von Pötsch auf rund 1,5 Milliarden Euro sinken.