Düsseldorf. Porsche hält trotz der derzeitigen Absatzkrise in Europa an seiner Expansionsstrategie fest. "Dazu investieren wir in Modelle, Mitarbeiter und Infrastruktur", sagte Porsches Vorstandschef Matthias Müller dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). "Die Idee, auf einem Basismodell weitere Varianten aufzusetzen, werden wir auch auf andere Modellreihen übertragen", sagte Müller. Er denkt dabei vor allem an seine jüngste Baureihe Panamera. Der Sport Turismo, der erste Kombi von Porsche, soll den Anfang machen. "Die nächste Generation des Panamera wird voraussichtlich noch sportlicher und coupéhafter, dann ist daneben Platz für ein solches Modell", sagte Müller.
Die Schwaben wollen zudem ihr Angebot um einen Sportwagen in der Preisklasse zwischen 300.000 und 400.000 Euro erweitern. "Ein extrem leistungsfähiger Mittelmotor-Sportwagen könnte die Lücke zwischen dem 911 GT2 RS und dem 918 Spyder schließen", sagte Müller.Neben Ablegern vorhandener Baureihen sollen auch ganz neue Modelle zum Wachstum beitragen. "Natürlich bringen wir zudem in 2013 den 918 Spyder und den Macan", bekräftigte Müller. Der Macan ist ein kompakter Geländewagen, den Porsche als kleinen Bruder des Geländeriesen Cayenne baut. Der Cayenne macht mit 52 Prozent mehr als die Hälfte des bisherigen Jahresabsatzes aus. Entsprechenden Schub erwartet sich Porsche angesichts der starken Nachfrage nach Geländewagen auch vom Macan, der jüngere Kunden ansprechen dürfte.Porsche setzt weiter auf Modell-Offensive
Ungeachtet der Krise gibt sich der Sportwagenbauer Porsche optimistisch: Das Unternehmen werde an seiner Expansionsstrategie festhalten, sagte Vorstandschef Matthias Müller in einem Interview. Das Modellangebot soll erweitert werden.
Ziel ist eine operative Umsatzrendite von 15 Prozent
Müllers Zielmarke ist eine operative Umsatzrendite von 15 Prozent, die Porsche in den vergangenen Jahren locker erreichte. Der Manager will den Absatz bis 2018 auf 200.000 Autos jährlich ausbauen. "Wir werden 2012 Absatz und Produktion gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern und neue Rekordwerte erzielen", sagte er. Aber im kommenden Jahr würden die Probleme des westeuropäischen Automarkts auch auf das Porsche-Geschäft durchschlagen. "Deshalb gehen wir davon aus, dass wir unser für 2013 geplantes Wachstum zwar etwas dämpfen, am Ende aber die 2012-Zahlen übertreffen werden."
Angesichts der Schuldenkrise in Europa und den verschlechterten Aussichten für die Weltkonjunktur hat Müller auch Einsparpotenziale identifiziert: "Dann starten wir eben einige Projekte des Generalbebauungsplans für unseren Stammsitz in Zuffenhausen einige Monate später, um 2013 schadlos zu überstehen." (dpa/swi)