Hamburg. Dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche drohen einem Pressebericht zufolge weitere Klagen auf Schadensersatz wegen angeblicher Kursmanipulation. Die Klagesumme könnte auf insgesamt sieben bis neun Milliarden US-Dollar steigen, berichtet das "Manager Magazin" vorab aus seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe und beruft sich auf Informationen aus Finanzkreisen. Bislang belaufen sich die Forderungen laut Medienberichten auf mehr als zwei Milliarden Dollar. "An theoretischen Spekulationen über Schadenshöhen beteiligen wir uns nicht", sagte ein Porsche-Sprecher auf Anfrage. Bereits in Kürze würden zwei amerikanische Fonds eine zusätzliche Schadensersatzklage einreichen, berichtet das Magazin. Allein diese beiden Großinvestoren dürften Forderungen in Höhe von insgesamt gut einer Milliarde Dollar anmelden. Etliche weitere Fonds bereiteten Klagen vor. Die Klagefrist in den USA laufe noch bis Ende Oktober.
Die Fonds werfen dem Unternehmen und seinen früheren Managern Wendelin Wiedeking und Holger Härter vor, sie hätten die Investoren in die Irre geführt und ihre wahren Absichten verheimlicht. Porsche hält die Vorwürfe für unbegründet. Die Stuttgarter hatten Ende Oktober 2008 mitgeteilt, insgesamt Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu haben und lösten damit ein Kursfeuerwerk aus: Der Kurs der Volkswagen-Aktie schoss zwischenzeitlich auf über 1000 Euro. Nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW mussten die beiden Porsche-Manager Ende Juli 2009 das Unternehmen verlassen.
Sollte die bereits in New York eingereichte Klage angenommen werden, droht sich die für 2011 avisierte Fusion zwischen dem Volkswagen-Konzern und Porsche zu verzögern, berichtet das Blatt. Der zuständige US-Richter Harold Baer hat als vorläufigen Termin für das Hauptverfahren den Mai 2012 angesetzt. Ehe die Frage möglicher Schadensersatzansprüche nicht endgültig geklärt sei, wolle der Volkswagen-Vorstand einer Fusion nicht zustimmen. Der Porsche-Vorstand halte an der geplanten Verschmelzung fest, hieß es von Porsche. "Mögliche Auswirkungen der US-Klage werden allerdings fortlaufend geprüft", sagte der Sprecher. (dpa-AFX/gem)