Stuttgart. Porsche-Chef Matthias Müller denkt über eine Sport- und Geländewagenproduktion im Ausland nach. "Es genügt, wenn wir "Engineered by Porsche in Germany" auf unsere Autos schreiben können. Wir müssen nicht zwingend alle Autos auch in Deutschland bauen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Müller. Vor allem die USA und China seien mögliche Standorte für eine Porsche-Produktion. Dieser Schritt wäre ein einschneidender Strategiewechsel der Schwaben. Derzeit rollen die fertigen Luxuskarossen nur in Deutschland vom Band.
Ein Sprecher betonte, eine Entscheidung über eine Produktion im Ausland sei bisher aber noch nicht gefallen. "Natürlich stelle ich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, in China zu produzieren, um dort die hohen Einfuhrzölle zu umgehen", sagte Müller der Zeitung zufolge. Allerdings will Porsche keinen eigenen Standort errichten. "Wir würden nie ein eigenes Porsche-Werk bauen, sondern würden versuchen, irgendwo unterzuschlüpfen."
Möglichkeiten dazu gäbe es möglicherweise beim VW-Konzern, unter dessen Dach Porsche schlüpfen soll. Die Wolfsburger eröffnen Ende Mai ihr neues Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee.
Je mehr Autos im Ausland verkauft werden, desto größer wird das Interesse der Unternehmen, auch vor Ort zu produzieren. So können sie beispielsweise Einfuhrzölle und starke Währungsschwankungen umgehen. Für die Schwaben wird der boomende chinesische Markt immer bedeutender, auch auf dem wichtigen US-Markt läuft es nach der Krise wieder rund.