New York. Und jetzt auch das noch: Die US-Autoindustrie fährt bereits seit Jahren rekordhohe Milliardenverluste ein, zuletzt verschärft durch eine dramatische Absatzkrise. Und nun will der neue US-Präsident Barack Obama den auf den Abgrund zurasenden Herstellern auch noch verschärfte Abgasnormen aufbürden. Das sei der "Todesstoß", schreien Branchenlobbyisten in Washington auf. Das sei die einzige Chance für die Autoindustrie und die Natur, halten Umweltschützer und auch viele US-Politiker entgegen.
Für Obama dürfte der Vorstoß nach Einschätzung von Beobachtern vor allem Teil eines "Deals" mit der US-Branche sein. Die Opel-Mutter General Motors (GM) und Wettbewerber Chrysler hängen derzeit am Tropf der US-Regierung. Ohne deren milliardenschwere Kredite wären sie nach eigenen Angaben bereits pleite. Mitte Februar müssen sie einen Plan für ihr Überleben vorlegen, bis Ende März entscheidet Obama über neue Kredite. Und mit seiner Öko-Initiative stellte er nun wesentliche Bedingungen für weiteres Geld klar.
Die einstigen "Big Three" (Großen Drei) - GM, Ford und Chrysler - können bis heute vor allem eins: Große Autos bauen - mit viel Durst. Den Trend zu kleineren, sparsamen Wagen haben sie verschlafen. Die Entwicklung neuer Autos braucht viele Jahre. Und nun läuft ihnen die Zeit davon, nach Obamas Plänen wird sie noch knapper als gedacht.
Jahrelang zogen die US-Hersteller in Washington und vor Gericht gegen striktere Auflagen etwa von Kaliforniens "Gouvernator" Arnold Schwarzenegger ins Feld. Mit Obamas Vorgänger George W. Bush verloren sie ihren mächtigsten Fürsprecher.