Washington. Kein Ende der Pannenserie bei Toyota: Nach dem Verkaufsstopp seines ins Gerede gekommenen Geländewagens Lexus GX 460 ruft der japanische Autobauer in Nordamerika rund 870.000 Minivans des beliebten Typs Sienna in die Werkstätten zurück. Grund sind gefährliche Korrosionsprobleme.
Der neue Rückruf betrifft die Sienna-Minivans von 1998 bis 2010. Bei Autos, die in kälteren Gebieten mit starkem Streusalzeinsatz gefahren werden, könne die Reserverad-Halterung durchrosten und das Reserverad vom Wagen fallen, ließ Toyota wissen. Der Hersteller forderte am Freitag die Fahrzeugbesitzer in entsprechenden Gegenden auf, ihre Autos zur Inspektion in die örtlichen Werkstätten zu bringen.
In den USA sind voraussichtlich 600.000 Fahrzeuge der ersten und zweiten Sienna-Generation betroffen, in Kanada 270.000. In den vergangenen Monaten musste der weltgrößte Autobauer wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und kurzzeitig aussetzender Bremsen bereits 8,5 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Die Defekte sollen alleine in den USA 52 Menschen das Leben gekostet haben.
Einen Tag vor dem neuen Rückruf hatte Toyota bekanntgegeben, die Geländewagen GX 460 seiner Nobelmarke Lexus aus dem Verkauf zu nehmen. Ein einflussreiches US-Magazin hatte zuvor gewarnt, der Wagen könne in Extremsituationen umkippen. Toyota wiederholte die gefahrenen Ausweichtests und kam zu den gleichen Ergebnissen. Nun arbeitet der Hersteller fieberhaft an einer Lösung.
Zu Unfällen ist es nach Angaben von Toyota bislang nicht gekommen, auch die US-Behörde für Verkehrssicherheit hat keinerlei Beschwerden vorliegen. Die Probleme erinnern stark an den legendären Elch-Test, bei dem eine Mercedes-A-Klasse 1997 in Schweden abgehoben hatte. Der Stuttgarter Autobauer löste das Problem unter anderem mit dem serienmäßigen Einbau des damals wenig verbreiteten elektronischen Stabilitätsprogramms.
Angesichts der Negativschlagzeilen der vergangenen Monate überprüft Toyota nun auch alle anderen Geländewagen. Die Fahrzeuge haben einen hohen Schwerpunkt, was sie anfälliger fürs Umkippen macht. Im Normalfall hält das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm die Autos aber im Zaum. (dpa/feb/fin)