Las Vegas. Die nächste Generation des Audi A8 soll automatisch durch den Stau fahren. Das haben Entwickler des Ingolstädter Autoherstellers am Rande der Elektronikmesse CES in Las Vegas (noch bis 10. Januar) berichtet. Bis zur Markteinführung der Luxuslimousine in etwa zwei Jahren werde die Technik serienreif sein, sagte Projektleiter Björn Giesler. Er ist optimistisch, dass der Gesetzgeber bis dahin den Weg zum hochautomatisierten Fahren geebnet hat.
Gestützt von Kameras, Radar- und Laserscannern soll sich der A8 wie jetzt schon erste Prototypen bei mäßiger Geschwindigkeit alleine durch den dichten Verkehr bewegen. Der Stauassistent hält den richtigen Abstand zum Vordermann, lenkt durch Kurven und weicht ein wenig zur Seite aus, wenn dem Wagen etwa in einer Baustelle ein anderes Fahrzeug zu nahe kommt. Der Fahrer könne währenddessen die Hände in den Schoß legen, erklärte Giesler.
Zwar gibt es schon heute Autos wie die neue Mercedes S-Klasse oder den gerade eingeführten BMW X5, die im Stau Gas geben, lenken und bremsen. Doch sind das nur Unterstützungssysteme, bei denen der Fahrer immer in Alarmbereitschaft sein muss und nach wenigen Sekunden ohne Lenkradkontakt zur Aufmerksamkeit ermahnt wird. «Wenn wir den Stauassistenten bringen, dann kann und darf der Fahrer tatsächlich Pause machen oder sich anderen Dingen widmen», so Giesler. Eine Videokamera überwacht, dass er an seinem Platz bleibt.
Allerdings werde es diesen Forstschritt nur in Raten geben, räumte der Entwickler ein: Erst einmal plant Audi mit Geschwindigkeiten bis etwa 60 km/h und der Einhaltung einer Fahrspur. Im Rhythmus von ein bis zwei Jahren sollen dann weitere Funktionen hinzu kommen, so Giesler: «Dann erlauben wir mehr Tempo, können auch die Spur wechseln, fahren pilotiert durch Autobahnkreuze und tasten uns langsam in den Stadtverkehr vor.» (dpa/gem)