New York. Nach der bahnbrechenden Einigung über einen neuen vierjährigen Tarifvertrag zwischen General Motors (GM) und der US-Automobilarbeitergewerkschaft UAW werden nun ähnliche Vereinbarungen bei Ford und Chrysler erwartet. US-Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass die Gewerkschaft wahrscheinlich erst mit Ford über einen entsprechendes Tarifabkommen verhandeln wird und dann mit dem kürzlich durch die US-Investmentfirma Cerberus Capital von Daimler übernommenen US-Autoriesen Chrysler. Die Tarifvereinbarungen mit Ford und Chrysler dürften Branchenkennern zufolge wahrscheinlich ganz ähnlich ausfallen wie die bei GM.
Zuvor müssen die rund 74.000 General-Motors-Arbeiter noch über die neuen Tarifvereinbarungen abstimmen und sie genehmigen. Sie bringen GM Milliarden-Kostenersparnisse und den Mitarbeitern Arbeitsplatzzusagen und zusätzliche Investitionen in den amerikanischen GM-Fabriken. Die GM-Arbeiter waren am Mittwoch nach der Tarifeinigung zur zweiten Schicht an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Sie hatten zuvor seit Montag gestreikt.
Die GM-Aktien waren nach der Tarifeinigung mit der UAW (United Auto Workers) um 9,4 Prozent auf 37,64 Dollar in die Höhe geschossen. Sie waren damit insgesamt 21,3 Milliarden Dollar wert. Das "Wall Street Journal" verwies am Donnerstag auf Übernahmespekulationen für GM. Investoren glaubten, dass General Motors nach dem Chrysler-Kauf durch Cerberus nächster Kandidat sein könnte. "Dieser Deal wäre groß, und ohne ein ernsthaftes Auftauen der Kreditmärkte nur sehr schwer finanzierbar", erklärte die Zeitung jedoch.