Frankfurt/Main. Es war ein typisches Bild auf Automessen: Besucher aus Fernost, die trotz aller Plagiatsvorwürfe vor allem deutsche Autos penibel vermessen. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA, 13. bis 23. September) jedoch setzt sich ein umgekehrter Trend durch. Westliche Ingenieure scharen sich um die China-Autos, die es zur Messe in Frankfurt geschafft haben. Dabei geht es nicht nur um angeblich vom BMW X5 vertraute Formen. Interessant sind für Fachleute die kleinen Preis der Fahrzeuge.
"Billigautos werden immer populärer", fasst Marktbeobachter Nick Margetts von Jato Dynamics einen Messetrend zusammen. Und der erfasst nun auch die etablierten Hersteller. "Dieses Segment darf man nicht ignorieren", sagt Renault-Chef Carlos Ghosn. "Hier wird sich für viele Unternehmen die Zukunft entscheiden."
Zwar geistert als Schreckgespenst der westlichen Autohersteller das Gerücht von indischen Kleinwagen für weniger als 3000 Euro durch die Branche. Doch in Frankfurt sind es besonders die Chinesen, die dem Thema Nachdruck verleihen. Schließlich soll der umstrittene CEO bei China Automobile mit einem 95 kW/135 PS starken 2,4-Liter-Motor nur 25.990 Euro kosten, teilt der Importeur aus München mit. Damit ist der Geländewagen nur etwa halb so teuer wie das vermeintliche Vorbild von BMW.