Detroit.Der deutsche Autobauer Mercedes sieht auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt die US-Konkurrenz wieder erstarken. "Als heimische Marke stehen wir am ehesten mit Cadillac im Wettbewerb", sagte US-Mercedes-Chef Ernst Lieb der Deutschen Presse-Agentur dpa auf der Autoshow in Detroit. Cadillac habe eine gewaltige Restrukturierung angestoßen: "Die haben ihr Händlernetz gestrafft, die werden die Prozesse verbessern, die werden die Produktion auf Vordermann bringen."
Noch zur Jahresmitte sah es für den Cadillac-Mutterkonzern General Motors düster aus. Das Unternehmen war nach jahrelanger Misswirtschaft in die Insolvenz gerutscht. Dank 50 Milliarden Dollar Staatshilfe gelang aber der Neustart. Das GM-Management krempelt nun den kompletten Konzern um. "Abschreiben würde ich niemanden", sagte Mercedes-Landeschef Lieb. "Der US-Automarkt ist der wettbewerbsstärkste der Welt."
Die größte Konkurrenz sieht Lieb weiter aus anderen Erdteilen kommen: "BMW und Lexus hauptsächlich." Die Rivalen aus Bayern und Japan hatten im vergangenen Jahr erneut mehr Wagen verkauft als die Schwaben. "Wir haben unseren Abstand aber gewaltig verringert." Bei Mercedes waren die Verkäufe um 15 Prozent weggeschmolzen, bei BMW um 21 Prozent. Mercedes verkaufte 190.500 Wagen, BMW 196.500. Der dritte deutschen Premiumhersteller, Audi, schaffte nicht einmal die Hälfte.