Berlin. Der Automobilclub ADAC hat ein eigenes Modell für eine reine am Kohlendioxid-Ausstoß bemessene Kfz-Steuer entwickelt. Danach sollen Fahrzeuge mit einem Verbrauch bis zu 3,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer und 4,2 Liter Benzin von der Kfz-Steuer freigestellt werden. „Diese Verbrauchswerte entsprächen einem CO2- Ausstoß von 100 Gramm“, erläuterte der ADAC-Steuerexperte Jürgen Albrecht am Donnerstag auf dpa-Anfrage.
Ein solches Fahrzeug wäre zum Beispiel der Toyota Prius Hybrid mit 1,5 Liter Hubraum. Bei einem Benzinverbrauch von im Schnitt 4,3 Litern zahle der Besitzer dafür heute 101 Euro Steuer im Jahr. Nach dem Wechsel der Besteuerung vom Hubraum auf den Kohlendioxidausstoß wären es nur noch 2 Euro.
Aber auch bei größeren Wagen ließen sich erheblich Steuern sparen, sagte Albrecht. Für einen 1,9 Liter großen Diesel-Audi A4 TDI mit 85 KW Leistung müsste der Halter nur noch 192 Euro Kfz-Steuer zahlen. Das wären 101 Euro weniger als derzeit.
„Unser Modell bietet eine einfache Regelung, die einen Anreiz zum Kauf verbrauchsreduzierter Autos ausübt“, sagte Albrecht. Dieses Element fehle der Mineralölsteuer, weshalb die Kfz-Steuer erhalten bleiben sollte. Das Modell sei für die Länder haushaltsneutral, führe also nicht zu Einnahmeeinbußen. Oberhalb der CO2-Freigrenze von 100 Gramm sei anteilig mehr zu bezahlen. Für die Produktion von Neuwagen strebt die EU-Kommission als künftigen Grenzwert 120 Gramm an. (dpa-AFX/gem)