Washington/Detroit. Der US-Milliardär Kirk Kerkorian hat mit seiner Kaufofferte 826 Millionen Ford-Aktien eingesammelt und damit die zunächst verkündete Milliardenschwelle doch verfehlt. Einige der zunächst angebotenen Aktien seien nicht innerhalb drei Werktagen eingetroffen, sagte ein Sprecher der Kerkorian-Investmentggesellschaft Tracinda am Freitag in Washington. Davon werde Tracinda 20 Millionen Papiere für rund 170 Millionen US-Dollar erwerben und die Beteiligung an dem Automobilkonzern damit von 4,7 auf rund 5,5 Prozent erhöhen.
Kerkorian hatte 8,50 Dollar je Ford-Aktie geboten. Die Offerte lag um 3,7 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages. Seitdem sackte die Aktie jedoch um 25 Prozent ab und schloss am vergangenen Montag, dem Ende der Angebotsfrist, bei 6,36 Dollar. Eine entsprechende Klausel, die einen Rückzug vom Kauf der Aktien bei Kursverlusten von mehr als zehn Prozent ermöglicht hätte, hatte der Kerkorian nicht wahrgenommen. Inzwischen fiel die Aktie auf 6,00 Dollar. Einem Pressebericht zufolge will Ford rund 2000 Arbeitsplätze in den USA streichen, um den Absatz-Einbruch bei Geländewagen mit hohem Spritverbrauch zu kompensieren.
Der als aktiver Investor bekannte 90-jährige Kerkorian hatte in den vergangenen Jahren bereits beim früheren DaimlerChrysler-Konzern und bei der Opel-Mutter General Motors für Aufsehen gesorgt. Ford fuhr auf seinem Sanierungskurs im ersten Quartal überraschend in die Gewinnzone. Nach wie vor rechnet der Autobauer aber erst 2009 wieder mit schwarzen Zahlen im Gesamtjahr. (dpa-AFX/gem)