Stuttgart. Trotz der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist die geplante Kapitalerhöhung der Dachgesellschaft Porsche SE nicht in Gefahr. Ein Porsche-Sprecher sagte am Donnerstag in Stuttgart, dass Unternehmen gehe davon aus, dass die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 30. November 2010 im vorgesehenen Zeitraum bis zum 31. Mai umgesetzt würden. Mit Hilfe der Mittel in Höhe von 5 Milliarden Euro sollen die Schulden der Dachgesellschaft verringert werden, die sie im Zuge der gescheiterten VW-Übernahme angesammelt hatte. Früheren Angaben zufolge hat die Porsche SE noch Schulden in Höhe von 6,1 Milliarden Euro. Porsche muss bis Ende Juni eine erste Kredittranche in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zurückzahlen.
Porsche soll als zehnte Marke in den Volkswagen-Konzern eingegliedert werden. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass sich der Zeitplan dafür verzögern könnte. Hintergrund ist, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft für ihre Ermittlungen gegen den früheren Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzchef Holger Härter länger braucht als erwartet, weil neue Verdachtsmomente auftauchten. Die Ermittlungen sind nicht vor 2012 abgeschlossen. Hingegen sollte die Fusion der beiden Autobauer den ursprünglichen Plänen zufolge in diesem Jahr über die Bühne gehen.
VW will keine Risiken eingehen und schaut deshalb genau, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt. Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Vorwurf, ob Wiedeking und Härter im Zuge des gescheiterten VW-Übernahmeversuchs durch Porsche "existenzgefährdende Risiken" für den Sportwagenbauer durch den Abschluss von Aktienkurs-Sicherungsgeschäften eingegangen seien. Ferner gibt es auch Ermittlungen wegen des Verdachts des Kreditbetrugs gegen drei verantwortliche Porsche-Mitarbeiter aus dem Finanzbereich. (dpa/swi)